Hello Newsletter-Friends,
Zeit für eine neue Ausgabe des cmd+M Newsletters! Willkommen, love to see you here again! 🫶
Heute gibts EINIGES an News. Aber vorher will ich im Intro nochmal kurz auf die Umfrage von letzter Woche eingehen:
Ihr erinnert euch, letzte Woche habe ich in der Top Story (🐭 Marketing Mäuse gründen die besseren Unternehmen) gefragt, ob ihr ausschließlich angestellt seid, gerade etwas aufbaut oder bereits feste Nebeneinkünfte aus einer Nebentätigkeit/Selbständigkeit habt.
Die Mehrheit von euch baut sich gerade etwas auf (16,1 %), verdient unregelmäßig ein paar hundert Euro (18,6 %), hat feste Nebeneinkünfte (9,3 %) oder ist hauptberuflich selbstständig (11,9 %). Das sind zusammen ganze 56 % im Founder-Mode!
Der Rest (44,1 %) ist ausschließlich angestellt. Und vermutlich überlegen selbst davon einige schon länger, sich selbst etwas aufzubauen, und haben vll. bereits eine Idee, aber noch nicht mit der Umsetzung begonnen.
Finde ich super interessante Zahlen und zeigt ganz gut, dass Marketer grundsätzlich großes Interesse an „etwas Eigenem“ haben.
Für alle, die für ihr eigenes Business noch auf der Suche nach dem richtigen Buchhaltungstool sind oder wechseln wollen, will ich nochmal meinen Partner der letzten und dieser Ausgabe, sevdesk, in die Runde werfen.
Selbst wenn ihr gerade erst am Anfang steht mit eurem Business, wird es euch auf lange Sicht so unendlich viel Hustle sparen, wenn ihr von Beginn an eure Buchhaltung richtig führt. Ich habe damals als Video-Freelancer während meines Studiums gearbeitet und alles händisch in Ordnern festgehalten. Ihr könnt euch denken, was für ein Alptraum die Steuer war.
Sevdesk hilft euch dabei, von Anfang an Herr über eure Finanzen zu sein. Egal, ob frisch gegründet oder schon lange im Geschäft. Mit sevdesk führt ihr eure Buchhaltung einfach und rechtskonform, überzeugt mit professionellen (E)-Rechnungen, erfüllt eure Steuerpflichten und behaltet alles auf einer zentralen Plattform im Blick.
Hier habe ich zwei exklusive Codes für euch, die euch Zeit zum Testen geben:
Okay und nun legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶
⏰ Die heutigen Themen:
(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)
Die heutige Ausgabe hat 2197 Wörter. Du brauchst ungefähr 11 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛
Top Stories
👥 LinkedIn testet neuen Feed nur für dein Netzwerk
Wir haben diese Woche einige starke News. Deswegen mal keine klassische Top-Story heute, sondern wir bleiben etwas news-lastiger. Let’s go!
LinkedIns Chief Product Officer Hari Srinivasan hat einen neuen „Network“-Tab angekündigt, der gerade als Alternative zum normalen Feed getestet wird. So sieht das aus:

Quelle: LinkedIn Hari Srinivasan // Eigene Darstellung
Dort landen nur Posts von Leuten, mit denen du vernetzt bist oder denen du aktiv folgst. Srinivasan begründet den Test mit dem Wunsch nach mehr echter Verbindung zwischen echten Menschen.
Der Zeitpunkt passt gut in die aktuelle Situation. LinkedIn kämpft nämlich seit Monaten mit Engagement-Pods und vor allem mit einer Flut an KI-generiertem Content. Darüber, dass LinkedIn die KI-satteste Plattform überhaupt ist, hatten wir vor paar Wochen bereits gesprochen.
LinkedIn versucht dagegen also gezielt vorzugehen:
Network-Tab: Feed ausschließlich aus Kontakten und gefolgten Profilen, aktuell im Test
„Seems like AI slop“: ein neuer Melde-Button plus Klassifikatoren, die generische KI-Posts aus Empfehlungen außerhalb des eigenen Netzwerks filtern sollen.
Post Proofreader: ersetzt die alte „Enhance your post“-Funktion und korrigiert nur noch, ohne die eigene Stimme umzuschreiben.
Ganz neu ist die Idee übrigens nicht, denn einen „My Network“-Tab hat LinkedIn schon Anfang 2025 getestet. Einen breiten Rollout gab es damals aber nicht.
Für Marketer heißt das: Sollte der Tab global ausgerollt werden, zählt die Qualität des eigenen Netzwerks deutlich mehr, weil Posts dort ohne algorithmische Fremdreichweite laufen. Wer seit Jahren jede Kontaktanfrage annimmt, sollte sich mal anschauen, wen er da eigentlich erreicht.
👉️ Mehr dazu auf LinkedIn oder Social Media Today
🤝 Instagram-Collabs: Lass den Creator posten
Wie ihr wisst kann man auf Instagram (und mittlerweile auch auf LinkedIn) mit mehreren Accounts ein und denselben Post, als “Collab-Post” veröffentlichen.
Nun hat man herausgefunden, dass es einen messbaren Unterschied macht, wer den ersten Schritt macht bei diesen Posts.
Der Social-Media-Tool-Anbieter Emplifi hat dafür über 520.000 Posts von 3.791 Brand-Profilen aus dem ersten Halbjahr 2026 ausgewertet.
Mehr als 73 % der Marken nutzen das Collab-Feature bereits.

Quelle: emplifi // Eigene Darstellung
Das Collab-Feature kann in zwei Varianten verwendet werden:
Owned Collab | Accepted Collab | |
|---|---|---|
Wer postet? | Die Marke | Der Creator |
Wer wird eingeladen? | Der Creator | Die Marke |
Performance | Besser als normale Brand-Posts | Stärkster Uplift in allen Branchen |
Im E-Commerce und Retail erzielen creator-gepostete Collabs mehr als fünfmal so viele Shares und Reposts wie Posts ohne Collab.
Marken mit weniger als 10.000 Followern kommen sogar auf fünfmal mehr Interaktionen.
Am stärksten wirkt der Effekt bei Reels.
Das Creator als Ausgangspunkt am besten funktionieren überrascht nicht wirklich, denn Creator kennen ihr Publikum und dessen Sehgewohnheiten schlicht besser als ein Brand-Account.
Behaltet aber im Hinterkopf: Gemessen wurden nur Engagement und Verbreitung, keine Verkäufe. Das wäre grundsätzlich eine interessante Folge-Forschung.
Für Marketer heißt das: Bei Creator-Kooperationen lohnt es sich, den Post über den Creator-Account laufen zu lassen und die Marke als Co-Autor einzuladen. Wer volle Kontrolle über die Botschaft braucht, bleibt bei der Owned-Variante und nimmt dafür weniger Verbreitung in Kauf.
Denkt daran, dass Collab-Posts mittlerweile auch auf LinkedIn zur Verfügung stehen. Ich gehe stark davon aus, dass die selbe Logik auch dort zutrifft.
👉️ Mehr dazu bei Emplifi und Social Media Today
🍿 KI-Snacks
Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!
💸 Opus 5.5 und GPT-6 Launch & Preiskrieg
Anthropic und OpenAI haben am Dienstag fast zeitgleich neue Modelle veröffentlicht. Claude Opus 5.5 führt jetzt das Intelligenz-Ranking von Artificial Analysis an und soll im Schnitt rund 40 % günstiger laufen als Opus 5. OpenAI halbiert mit GPT-6 Sol ($2/$10 pro Mio. Tokens) und Luna ($0,10/$0,50) die Preise der Vorgänger. Mehr hier und hier.
🧩 Claude legt Chat und Cowork zusammen
Anthropic führt Chat und Cowork in einer Oberfläche zusammen, der Umbau läuft über die nächsten Wochen. Neu sind außerdem Claude Docs und Slides, die bearbeitbare Dokumente und Präsentationen direkt im Gespräch erstellen. Beides startet als Beta für zahlende Nutzer. Mehr hier.
📝 ChatGPT schreibt jetzt direkt in Word
Mit ChatGPT für Word lassen sich Dokumente direkt in Word schreiben, überarbeiten und formatieren, auch im kostenlosen Tarif. Excel, PowerPoint und Google Sheets hat OpenAI ebenfalls angebunden. Das Copy & Paste zwischen Chatfenster und Dokument entfällt damit. Mehr hier.
🛒 Amazon sperrt Metas Shopping-Agenten Muse aus
Zwölf Tage nach dem Launch darf Meta Muse nicht mehr auf Amazon einkaufen. Amazon wirft dem Agenten vor, sich beim Browsen nicht zu erkennen zu geben und Log-in-Daten zu speichern, Meta bestreitet das. Shopify hat parallel eine Partnerschaft angekündigt und bringt den Shop-Pay-Checkout in Muse. Mehr hier.
🇺🇸 Trump plant eine „AI Force“
Nach dem Vorbild der Space Force will Trump eine „AI Force“ samt neuem KI-Zar gründen, die die Branche überwachen soll. Warnungen vor unkontrollierter KI tat er gleichzeitig als „Hoax“ ab. Budget, Struktur und Zeitplan gibt es bisher keine. Mehr hier.
👷 KI schafft bisher mehr Jobs, als sie kostet
Laut Economist hat KI in den USA rund 1 Mio. neue Stellen geschaffen. Dem stehen etwa 200.000 Entlassungen gegenüber, die Unternehmen seit Mitte 2023 mit KI begründet haben. Die neuen Jobs entstehen vor allem rund um Rechenzentren und Entwicklung, während Kundenservice und Sekretariate schrumpfen. Mehr hier.
🎤 KI-Recruiter fällt auf Nonsens-Bewerber rein
Satiriker Graham Zip hat im Bewerbungsgespräch mit dem KI-Avatar „Dana Whitfield“ nur sinnfreie Begriffe aneinandergereiht. Die KI griff den Unsinn trotzdem auf und zeigte sich etwa von seiner Erfahrung mit „Waschbären-Protokollen“ angetan. Amazon startet parallel „Connect Talent“, bei dem KI Bewerbungsgespräche führt und Bewertungen vorbereitet. Mehr hier.
What Else
🌐 Jeder zweite Web-Besuch landet bei Google oder YouTube
Wie konzentriert das Web inzwischen ist, zeigt eine Auswertung von OneLittleWeb auf Basis von Semrush- und Ahrefs-Daten.
Von 3,43 Billionen gemessenen Besuchen der letzten zwölf Monate gingen 1,19 Billionen an Google. Zählt man YouTube dazu, landet mehr als jeder zweite Besuch auf einer Google-Plattform. Die Top 10 vereinen rund zwei Drittel des gesamten Traffics.
# | Website | Visits (07/25–06/26) | vs. Vorjahr |
|---|---|---|---|
1 | 1,19 Bio. | +0,1 % | |
2 | YouTube | 595,7 Mrd. | +4,5 % |
3 | 112,3 Mrd. | -8,0 % | |
4 | 70,7 Mrd. | +1,0 % | |
5 | ChatGPT | 65,9 Mrd. | +51,0 % |
6 | 60,4 Mrd. | +8,2 % | |
14 | Bing | 24,7 Mrd. | -49,1 % |
19 | 17,6 Mrd. | -0,1 % |
ChatGPT liegt damit auf Platz 5 und nur noch knapp hinter Instagram.
Weitergeleitet wird über KI aber kaum Traffic. Direktaufrufe und Suche machen 92,6 % aller Besuche aus, während KI-Kanäle zusammen 6,42 Mrd. Visits geschickt haben, also nur 0,2 %.
Eine kleine Einschränkung: Solche Rankings erfassen keinen App-Traffic, weshalb Instagram, TikTok und LinkedIn hier deutlich kleiner wirken, als sie tatsächlich sind.
Für Marketer heißt das: ChatGPT zieht selbst riesige Besucherzahlen an, schickt aber bisher kaum Klicks auf andere Websites weiter. Für Traffic bleiben SEO und YouTube die großen Hebel, während GEO vor allem Sichtbarkeit in der Antwort bringt.
👉️ Mehr dazu bei OneLittleWeb
🙈 98 % ignorieren Digital Ads bewusst
Eine Umfrage unter 1.013 US-Amerikaner:innen zeigt deutlich, wie groß die Werbemüdigkeit inzwischen ist:
98 % ignorieren oder vermeiden digitale Werbung bewusst, 77 % tun das jeden Tag
96 % fühlen sich von Online-Werbung überfordert
46 % vertrauen Printwerbung mehr als digitaler Werbung, nur 3 % sehen es umgekehrt
Die Gründe für Werbemüdigkeit (Ad-Fatigue) sind vor allem störende Inhalte und insgesamt zu viele Ads:

Quelle: Hopkins // Eigne Darstellung
Beauftragt hat die Studie Hopkins Printing, eine Druckerei, die natürlich ein Interesse daran hat, dass Print gut abschneidet. Die Zahlen taugen deshalb eher als Stimmungsbild, die Richtung ist trotzdem schwer zu ignorieren.
Für Marketer heißt das: Wer mit hoher Frequenz ausspielt, sollte Frequency Caps prüfen und Creatives öfter wechseln. Dazu passen Formate, die sich eher wie Content anfühlen, zum Beispiel Creator-Kooperationen oder Thought Leader Ads.
👉️ Mehr dazu bei Hopkins Printing
🇩🇪 Digitale Wirtschaft wiegt doppelt so schwer wie die Autoindustrie
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat gemeinsam mit dem Mannheimer Institut ISTARI.AI die digitale Wirtschaft in Deutschland neu vermessen.
Statt alter Branchencodes wurden dafür rund 1,4 Millionen Unternehmen KI-gestützt anhand ihrer tatsächlichen Geschäftstätigkeit eingeordnet.
Die wichtigsten Zahlen:
481,5 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung, knapp 12 % der deutschen Wirtschaftsleistung.
Die Autoindustrie kommt laut Statistischem Bundesamt üblicherweise auf 4,5 bis 5 %.
Die gesamte digitale Wertschöpfung liegt bei über einer Billion Euro, also mehr als einem Viertel der Bruttowertschöpfung.
Rund 9 Mio. Arbeitsplätze im digitalen Kern und bei digital getriebenen Geschäftsmodellen, über 15 Mio. inklusive der transformierten Branchen.
95 % der erfassten Firmen sind kleine und mittlere Unternehmen.
❗ Ich finde diese Zahlen übrigens extrem wichtig. Deutschland wird in Sachen Digitalisierung gerne kleingeredet, vom Faxgerät im Amt bis zum Funkloch im ICE. Dabei gerät völlig aus dem Blick, wie viele smarte Gründerinnen und Gründer hier sitzen und wie viel digitale Wertschöpfung längst im Mittelstand passiert, abseits der großen Tech-Schlagzeilen. Knapp 12 % der Wirtschaftsleistung und über 15 Millionen Arbeitsplätze sind ein ziemlich deutlicher Beleg dafür, dass Deutschland digital kann. Go Germany🤘
👉️ Mehr dazu bei BVDW, Tagesspiegel, OnlineMarketing.de
📉 ifo-Umfrage: KI drückt die Gehälter
Das ifo Institut hat im Juni über 3.000 Unternehmen in Deutschland befragt, die bereits KI nutzen, wie sich die Löhne in den nächsten fünf Jahren entwickeln. Die Ergebnisse fallen vor allem für Leute mit wenig Berufserfahrung ernüchternd aus:
Beschäftigte | Unternehmen erwarten sinkende Löhne | Unternehmen erwarten steigende Löhne |
|---|---|---|
Unter 5 Jahre Erfahrung, ohne Hochschulabschluss | 48,3 % | 5,9 % |
Unter 5 Jahre Erfahrung, mit Hochschulabschluss | 50,8 % | 16,3 % |
Ab 5 Jahre Erfahrung, ohne Hochschulabschluss | 40,4 % | 9,7 % |
Am pessimistischsten sind die Dienstleister, zu denen auch Agenturen gehören. Dort erwarten 53,3 % bei wenig erfahrenen Beschäftigten ohne Abschluss sinkende Löhne. Je nach Gruppe rechnet gleichzeitig ein Drittel bis die Hälfte der Unternehmen mit stabilen Gehältern.
👉️ Mehr dazu beim ifo Institut
📌 Job- & Event-Board
|
👋 That’s a wrap! 👋
So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!
Danke diese Woche an meinen Partner sevdesk 🫶
Ich würde mich mega freuen, wenn ihr mir ein kleines Feedback zukommen lasst. Schreibt mir dafür auf LinkedIn oder antwortet einfach direkt auf diese E-Mail.
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