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💡 Übrigens: Für das beste Lese-Erlebnis, empfehle ich euch oben rechts auf „Online lesen“ zu klicken.

Hello Friends & willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters. Schön das ihr wieder (oder neu) reinlest!

Zunächst einmal DANKE an alle, die letzte Woche bei der Umfrage zum Interesse an einer Marketing-Community abgestimmt haben.

Hier mal ein Screenshot des Ergebnisses:

Eine überragende Mehrheit würde also mindestens mal reinschnuppern. Danke auch an alle, die kommentiert haben. Ich habe natürlich alle eure Vorschläge sorgfältig gelesen 🫰

Ich würde sagen, damit ist es besiegelt. Rechnet mit einem Go-Live in den nächsten paar Wochen. Mein Newsletter-Tool (Beehiiv) bietet tatsächlich ein Community-Feature an, das ganz einfach im Browser funktioniert. Heißt, ihr braucht kein Slack, Discord oder WhatsApp. Der Login funktioniert mit derselben E-Mail, mit der ihr euch auch zum Newsletter angemeldet habt.

Ich werde in den nächsten Wochen einmal testen, ob das Feature schon ausgereift ist, und euch dann Bescheid geben, sobald alles ready ist. Falls ihr weitere Tipps und Vorschläge zu einer Community habt, kommentiert gerne unten oder antwortet einfach direkt auf diese E-Mail.

Freue mich mega auf den Austausch und vor allem darauf, euch die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig auszutauschen.

Aber jetzt legen wir erstmal los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶

Die heutigen Themen:

(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)

Die heutige Ausgabe hat 2021 Wörter. Du brauchst ungefähr 10 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛

Top Story

🤲 Gib Deine Kreative Kontrolle ab

Wenn es eine Sache gibt, die Marken schwerfällt, dann ist es kreative Kontrolle abzugeben. Zu groß ist die Sorge, dass irgendwelche Markenrichtlinien nicht eingehalten werden oder die Führungskraft nicht einverstanden ist.

Deswegen war die Sache lange Zeit klar: Marke gibt umfangreiches Briefing, Creator liefert Reichweite. Fertig.

Aber ganz so einfach ist das Ganze nicht mehr. Denn wenn du dir einbildest zu wissen, was die Audience deines Creators sehen will, dann kostet dich das direkt Performance.

Warum überhaupt Creator?

  • Laut eMarketer soll der Influencer-Marketing-Spend 2026 um 15,7 % wachsen und 2027 einen Wert von 13,7 Milliarden Dollar erreichen.

  • Und laut Edelman Trust Barometer vertrauen mittlerweile 60 % der Konsument:innen dem, was ein Creator über eine Marke sagt, mehr als der Marke selbst.

Creator sind also relevanter für euer Marketing als je zuvor und für viele Konsument:innen die glaubwürdigere Stimme geworden. Sowohl im B2C als auch im B2B.

🎯 Je enger das Briefing, desto schlechter die Performance

Reden wir mal darüber, wie viel Briefing ein Creator wirklich braucht.

Wie viele von euch wissen, bin ich hauptberuflich bei HubSpot beschäftigt und arbeite viel mit Creatorn zusammen. Die gebuchten Posts von Creatorn pushen wir häufig als Thought Leader Ads (kurz TLAs) auf LinkedIn. Das sind ganz normale Creator-Posts mit zusätzlichem Ad-Budget dahinter. Oftmals mit dem Ziel, Webinar-Anmeldungen zu generieren.

Lange Zeit hatten wir ziemlich genaue Vorstellungen, wie so ein Post auszusehen hat. Also haben wir …

  • Beispiel-Posts angehängt,

  • eine Best-Practice-Struktur vorgegeben

  • und sogar einen Bildvorschlag mitgeschickt.

Alles nur als Orientierung, wohlgemerkt.

Mir war bereits bewusst, dass ein Creator am besten weiß, was seine/ihre Audience sehen will. Trotzdem will man natürlich Hilfen mitgeben und Best-Practices aus der Vergangenheit aufzeigen.

Das hat lange gut funktioniert. Aber Menschen orientieren sich eben gerne an dem, was sie bekommen. Nach einer gewissen Zeit haben gefühlt alle Creator die gleiche Struktur und das gleiche Bildformat genutzt. Und die Audience hat das gemerkt und die Performance hat nachgelassen.

Warum ich jetzt bewusst weniger vorgebe

Für Creator-Content ist genau diese Wiedererkennbarkeit gefährlich. Sobald ein Werbe-Format zu oft wiederkehrt, merkt die Audience es sofort. Und zudem verliert der Content die Originalität, weshalb viele dieser Person überhaupt folgen.

Deswegen denke ich das Ganze gerade um und will bis auf Zielsetzung und CTA gar keine Vorgaben mehr machen.

Damit bin ich übrigens nicht allein. Katerina Mountanos, Gründerin und CEO von Olivenöl-Marke Kosterina, erzählt im Artikel von Digiday offen von ihrer Erfahrung. Ihre schwächsten Posts waren genau die, bei denen sich Creator wortwörtlich an die Vorgaben gehalten haben. Ihr Learning: das interne Marketing-Team brieft inzwischen bewusst "weniger präskriptiv".

So oder so ähnlich sieht der Shift gerade aus:

Briefing früher

Briefing heute

Beispiel-Post als Vorlage

Nur Ziel + Zielgruppe

Feste Struktur vorgegeben

Format liegt beim Creator

Bildvorschlag mitgeschickt

Kein Visual-Input

Marke denkt für den Creator mit

Marke liefert Impuls, Creator baut

Checkliste für eure nächste Kooperation

  • Briefing auf das Nötigste reduzieren. Ziel, Zielgruppe und Kernbotschaft dürfen feststehen. Struktur, Format und Visual gehören in die Hände des Creators.

  • Creator früher einbinden. Am besten schon in der Planungsphase, lange bevor das Konzept steht. Viele Agenturen holen sich inzwischen aktiv Creator-Feedback für die komplette Jahresplanung ab.

  • Nur das festzurren, was wirklich zählt. Legal-Vorgaben, No-Gos und Kernbotschaft ja. Alles andere kostet nur Authentizität, ohne echten Mehrwert zu bringen.

  • Beispiel-Content sparsam einsetzen. Wenn überhaupt als Inspiration, nie als Vorlage. Sobald mehrere Creator die gleiche Struktur übernehmen, merkt die Audience es sofort. Die Bubbles sind oft kleiner als ihr denkt.

  • Bei jedem Briefing fragen: Gebe ich gerade einen Impuls oder eine Schablone? Der Unterschied entscheidet über die Performance.

Wenn ihr weitere Tipps habt, wie man mehr Kreativität durch das Briefing fördern kann, kommentiert gerne diese Ausgabe. Dafür müsst ihr die Web-Version öffnen (oben rechts auf “Online lesen”) und dann ganz runter scrollen.

🍿 KI-Snacks

Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!

🎬 FLUX 3: Ein KI-Modell für Bild, Video und Ton
Das Freiburger KI-Unternehmen Black Forest Labs, bringt mit FLUX 3 ein Modell, das Bilder und 20 Sekunden lange Videos mit passendem Ton erzeugt, alles aus einem einzigen KI-Modell statt mit mehreren Einzeltools. In ersten Tests bevorzugten Reviewer FLUX 3 gegenüber Runway Gen-4.5 in 77 Prozent und gegenüber Luma Ray 3.2 in 93 Prozent der Fälle. Zugang gibt's aktuell nur über eine Warteliste. Mehr hier.

🕵️ KI-Agenten hackten unbemerkt gleich mehrere Firmen
Ein OpenAI-Agent brach bei einem Sicherheitstest in Hugging Face und vier weitere Dienste ein, kurz danach räumte Anthropic ein, dass Claude-Modelle unbemerkt in Systeme von drei Unternehmen eingedrungen sind. Erst eine Prüfung von 141.000 Testläufen deckte die Vorfälle auf, Ursache waren Fehlkonfigurationen mit ungeplantem Internetzugang. Der US-Kongress reagiert bereits mit einem geplanten „AI Kill Switch Act". Mehr hier.

🍎 Apple will OpenAI per Gerichtsbeschluss stoppen
Im Streit um angebliche Betriebsgeheimnisse hat Apple eine einstweilige Verfügung gegen OpenAI beantragt, inklusive Forensik-Zugriff auf Geräte und Konten von zwei Ex-Apple-Mitarbeitern, die inzwischen bei OpenAI arbeiten. OpenAI nennt die Klage in einem Blogpost „haltlos, aggressiv und seltsam persönlich". Der Termin für die Anhörung steht schon: der 1. Oktober. Mehr hier.

📉 KI-Investitionen übersteigen die Erlöse massiv
US-Techkonzerne geben 2026 rund 900 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur aus. Um das zu rechtfertigen, wären laut The Economist jährlich etwa 2,5 Billionen Dollar Umsatz nötig, tatsächlich liegen die globalen KI-Erlöse aber bei nur 150 bis 220 Milliarden. Mehr hier (gated).

🇪🇺 ASML ist jetzt Europas wertvollstes Unternehmen
Dank des KI-Booms hat der niederländische Chip-Maschinenbauer ASML alle anderen europäischen Konzerne überholt, mit einer Marktkapitalisierung von rund 700 Milliarden Dollar. Der Grund: ASML besitzt als einziger Hersteller weltweit praktisch ein Monopol auf die EUV-Maschinen, die für modernste KI-Chips gebraucht werden. Mehr hier.

🤖 HeyGen-Gründer ließ sich in Elternzeit von KI vertreten
Während seiner Elternzeit übernahm ein KI-Klon von HeyGen-Mitgründer Wayne Liang die komplette Sales-Linie für 8 Wochen: 2.741 Gespräche, 132 neue Kunden, rund 3 Millionen Dollar Pipeline. Nebenbei erfand der Agent allerdings einen Preisplan, den es gar nicht gibt, und schickte einem Kunden interne Firmennotizen. Mehr hier.

🔍 ChatGPT wird zur Suchmaschine fürs Lokale
Laut einer Yext-Studie nutzen bereits 4 von 10 Deutschen KI-Tools, um Restaurants, Ärzte oder Geschäfte in der Nähe zu finden. Google bleibt mit 77 Prozent zwar vorn, KI liegt aber schon vor Social Media als zweitwichtigster Suchkanal. Viele starten im Chatbot und wechseln danach zur klassischen Suche oder direkt zur Website. Mehr hier.

What Else

🚩 LinkedIn führt einen Melde-Button gegen KI-Slop ein

I know, I know … LinkedIn war die Woche schon voll damit aber wir schauen uns das trotzdem nochmal genauer an.

Seit dieser Woche könnt ihr auf LinkedIn jeden Post und Kommentar über das Drei-Punkte-Menü als "Seems like AI slop" markieren, wenn er nach reinem KI-Fließband-Content aussieht. Wer LinkedIn auf Deutsch nutzt liest: “Scheint ein KI-Slop zu sein”.

Quelle: LinkedIn // Eigene Darstellung

Ausgelöst hat das Update eine Recherche, wonach rund 41 Prozent aller Longform-Posts und etwa 30 Prozent der kürzeren Beiträge komplett KI-generiert sein sollen. Darüber hatten wir bereits vor wenigen Wochen berichtet: LinkedIn ist KI-satteste Plattform überhaupt

Neben dem neuen Button, streicht die Plattform gleichzeitig ihr eigenes "Enhance Post"-Feature, mit dem ihr Texte per KI umschreiben lassen konntet. LinkedIn hat hier im Prinzip selbst zum KI-Slop beigetragen, durch genau solche Features. Die Umkehr wirkt jetzt fast wie ein Schuldeingeständnis wie ich finde.

Wer übrigens als KI-Slop markiert wird, merkt das zunächst nur privat in den Post-Analytics, während die Reichweite außerhalb des eigenen Netzwerks im Hintergrund sinken kann.

👉️ Mehr dazu bei 404 Media oder TheVerge

🇪🇺 Ab jetzt müsst ihr KI-Content in der EU sichtbar kennzeichnen

Und wo wir gerade bei KI-Kennzeichnung sind, machen wir mit einem weiteren heißen Thema aus Brüssel weiter.

Seit dem 2. August gilt in der EU laut Artikel 50 des AI Acts die neue Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte.

Betroffen sind vier Bereiche:

  1. Deepfakes. Also täuschend echte Bilder, Video oder Audios von zum Beispiel echten Personen

  2. Texte, die KI-generiert oder verändert wurden. Allerdings müssen die Texte “von öffentlichem Interesse” sein (Politik, Sicherheit, Gesundheitssektor). Wenn der Text vor der Veröffentlichung von einem Menschen überprüft wurde, dann entfällt die Kennzeichnungspflicht.

  3. Chatbots und KI-Agenten müssen darauf hinweisen das sie keine Menschen sind.

  4. KI-Analyse. Menschen müssen informiert werden wenn Biometrik oder Emotionen analysiert werden.

Für KI-Visualisierungen, stellt die EU-Kommission drei Icons bereit:

  • einen schwarzen Kreis mit "AI" für KI-unterstützte Inhalte,

  • "AI modified" für nachträglich KI-veränderte Inhalte und

  • "AI generated" für komplett KI-erzeugte Inhalte ohne menschliche Bearbeitung

Wie das aussieht, seht ihr hier:

Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, wobei bereits bestehende KI-Systeme noch bis zum 2. Dezember Zeit für die Umsetzung haben.

Viel Spaß beim Kennzeichnen! 😉

👉️ t3n hat sich das auch nochmal etwas genauer angeschaut wenn ihr Interesse habt.

👻 Snapchat pitcht sich jetzt aktiv als Ads-Plattform für kleine Budgets

Snapchat hat diese Woche gleich zwei Ad-Neuigkeiten rausgehauen.

  1. Zum einen positioniert sich die Plattform explizit als Werbekanal für kleine und mittlere Unternehmen (SMBs) mit Fokus auf Gen Z und Millennials, inklusive 75 Dollar Ad-Guthaben für alle, die ihre ersten 50 Dollar Budget einsetzen. Interessant dabei: Snapchat rät größeren Marken mit breitem Reichweiten-Anspruch explizit zu anderen Kanälen, was angesichts des eigenen Umsatzdrucks ziemlich ungewöhnlich ist.

  2. Zum anderen hat Snapchat eine neue Integration mit HubSpot gelauncht (ja, meinem Brötchengeber), über die Leads aus Snapchat-Kampagnen direkt in die HubSpot-Pipeline laufen und Conversion-Daten wieder zurück an Snapchat gemeldet werden. Snapchat gibt an, dass die Klickraten bei Lead-Gen-Ads im Januar 2026 im Jahresvergleich um 77 Prozent gestiegen sind, während die Kosten pro Lead um 26 Prozent gesunken sein sollen.

Für Marketer heißt das: Für B2C-Marken mit jüngerer Zielgruppe und kleinerem Testbudget wird Snapchat gerade spürbar attraktiver, vor allem wenn ihr ohnehin mit HubSpot arbeitet und Kampagnen-Daten sauber zurückspielen wollt. Für B2B-Brands finde ich Snapchat immer noch schwierig und ich würde mein Budget persönlich in andere Kanäle stecken. Falls ihr Tests fahrt, lasst gerne mal von den Ergebnissen hören.

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today und Snap for Business

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👋 That’s a wrap! 👋

So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!

Ich würde mich mega freuen, wenn ihr mir ein kleines Feedback zukommen lasst. Schreibt mir dafür auf LinkedIn oder antwortet einfach direkt auf diese E-Mail.

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