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Und damit willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters! Schön, dass ihr wieder reinlest.
Die Ausgabe ist heute recht lang (und etwas KI-lastig). Deswegen gibt es heute kein langes, ausschweifendes Intro, sondern wir legen direkt los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶
⏰ Die heutigen Themen:
(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)
Die heutige Ausgabe hat 2334 Wörter. Du brauchst ungefähr 13 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛
Top Story
🧠 LinkedIn ist KI-satteste Plattform überhaupt & das kannst du nutzen
Die AI-Detection-Firma Pangram hat über eine Million Posts auf LinkedIn, X, Reddit, Medium und Substack analysiert.
Das Ergebnis fällt für LinkedIn nicht gut aus. Die Plattform macht nur ein Drittel des gesamten Datensatzes aus, ist aber für 62 Prozent aller als KI-generiert markierten Inhalte verantwortlich. Bei Langform-Posts über 250 Wörtern wurden 41 Prozent komplett als KI-Text eingestuft.

Quelle: Pangram // Eigene Darstellung
Manch einer würde sagen LinkedIn hat jetzt 40% KI und 60% Human Slop 🌝:
Ein schöner ironischer Teil aus der Studie: Ein LinkedIn-Executive kündigte kürzlich an, die Plattform werde KI-Content künftig erkennen und downranken. Die Ankündigung selbst wurde lustigerweise ebenfalls als KI-generiert geflaggt.
Wichtig für die Einordnung: Pangram verkauft selbst KI-Erkennungssoftware, das Geschäftsinteresse sollten wir mitdenken.
📉 Und Brand-Accounts haben sowieso schon ein Problem
Selbst ohne das KI-Thema tun sich Unternehmensseiten auf LinkedIn gerade schwer.
Eine Metricool-Analyse von über 670.000 Posts und 63.000 Accounts zeigt:
Personal Profiles erzielten 2026 eine 63 Prozent höhere Engagement-Rate als Company Pages.
Die Impressions von Company Pages sind im Jahresvergleich um 10 Prozent gesunken,
und Unternehmen posten inzwischen seltener (2,34 Mal pro Woche statt 2,60 Mal im Vorjahr).
Zwei Probleme treffen also gerade aufeinander. Feeds werden mit KI-Text geflutet, und Marken-Accounts verlieren parallel an Reichweite. Hört sich erstmal nicht geil für uns Marketer an, aber das eröffnet auch neue Chancen die wir uns jetzt einmal anschauen.
🤝 Der Gegenentwurf: Das Führungsteam als Aushängeschild
Eine Marke die zeigt was funktionieren kann, ist HubSpot.
Wie viele von euch wissen, bin ich hauptberuflich bei HubSpot beschäftigt. Das Beispiel wähle ich aber nicht deswegen, sondern weil es vermutlich das Beste auf dem Market ist. Props gehen an der Stelle raus an das Comms Team meiner US-Kollegen.
Seit ein paar Wochen/Monaten kursieren nämlich mehrere LinkedIn-Posts (z.B. dieser von Ema), die beobachten, wie geschlossen HubSpots Führungsriege auf LinkedIn auftritt.
Dharmesh Shah als Gründer-Stimme,
Yamini Rangan als CEO mit Blick aufs große Ganze,
Kieran Flanagan mit der operativen GTM-Perspektive,
Kipp Bodnar auf CMO-Ebene,
Kyle Jepson als Evangelist fürs Praktische.
Dazu kommen unzählige weitere Mitarbeitende die Regelmäßig posten
Jede Person postet aus ihrer eigenen Rolle, in ihrer eigenen Sprache. Allein an den Followerzahlen sieht man, wie viel Reichweite da zusammenkommt, ganz ohne einen zentralen Firmen-Account.

🔍 Wie verteilt HubSpots Reichweite wirklich ist (und wo sie eingekauft ist)
Für die eigentliche Beweisebene lohnt sich ein Blick in eine Analyse von MagicPost, die 1,2 Millionen LinkedIn-Posts ausgewertet hat, inklusive eines eigenen HubSpot-Deep-Dives.
Die Zahlen zeigen, HubSpots Leute generierten in den letzten zwölf Monaten zusammen rund 631.000 Likes, der höchste Wert aller in der Studie untersuchten Unternehmen.
Die eigentlich spannende Kennzahl ist aber, dass keine einzelne Person über 32 Prozent der Gesamtreichweite kommt. Bei den meisten anderen Firmen im Datensatz liegt diese Konzentration bei 63 bis 95 Prozent auf eine einzige Person.
Ein Haken gibt es aber trotzdem. Über die Hälfte der gemessenen Reichweite kommt von zwei Stimmen, die erst über die Akquisition des KI-Newsletters Mindstream zu HubSpot kamen.
➡ Nämlich Adam Biddlecombe und Matt Village. Die Gründer von Mindstream. Diese sind im Prinzip keine intern gewachsenen Voices, sondern eingekaufte Reichweite.
Rechnet man die beiden raus, bleibt trotzdem die breiteste interne Streuung im gesamten Datensatz übrig: Gründer, CMO, Customer Success, Sales, internationale Manager, alle aktiv.
🧭 Wie ihr das selbst baut: Buying Committee statt Bauchgefühl
Der Fehler, den viele Unternehmen machen, wenn sie das kopieren wollen: Sie picken sich den CEO raus und lassen ihn posten. Damit setzt man allerdings alles auf ein Pferd.
Was in HubSpots Aufstellung tatsächlich funktioniert, ist die Zuordnung. Jede Person bedient eine andere Stelle des Entscheidungsgremiums:
Wer eure Marke kategorisch einordnet (Trust, Vision), sollte auf Gründer- oder C-Level-Ebene sitzen.
Wer wirtschaftlich entscheidet, braucht Zahlen von jemandem in vergleichbarer Position, nicht von der Marketingabteilung.
Wer den Proof will, dass eure eigene Organisation das Produkt selbst nutzt, hört lieber auf jemanden aus dem operativen GTM-Team.
Wer im Alltag mit dem Produkt arbeitet, glaubt am ehesten jemandem, der genau diesen Alltag selbst hat.
Nehmt eure eigene Führungsebene und ordnet sie zum Beispiel diesen vier Stellen zu, statt einfach zu hoffen, dass irgendjemand random funktioniert.
Für Marketer & Führungskräfte heißt das:
Baut Redundanz auf mehrere Stimmen, nicht auf eine einzige. Eine Konzentration von 30 bis 40 Prozent auf eine Person ist gesünder als 80 Prozent.
Mappt euer Team gegen die “Buying Committee”, nicht gegen Jobtitel.
Messt Verteilung, nicht nur Follower. Wer trägt wie viel Prozent eurer Gesamtreichweite?
Verzichtet größtenteils auf Ghostwriting-Tools, die jede Stimme gleich klingen lassen. Genau dieser austauschbare Ton ist es, der laut beiden Studien Reichweite kostet und Vertrauen verliert.
Sorgt für einen Freigabeprozess, der in Stunden funktioniert, nicht in Wochen. Denn sonst verliert sich das alles ganz schnell in Theorie statt in Output.
Ermöglicht es JEDEM im Unternehmen zu posten. Hier ist vor allem die Führungsregie in der Verantwortung. Mitarbeitende müssen Confident sein, über ihr Unternehmen zu posten und zu berichten, ohne das sie jeden Post abnehmen lassen müssen. Vertrauen sollte hier im Vordergrund stehen. Andernfalls wird es nicht funktionieren.
Falls ihr übrigens noch andere Beispiele hab bei denen das gut funktioniert, schickt mir die gerne mal als Antwort auf diese Mail durch 🙂
🍿 KI-Snacks
Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!
🚀 OpenAI schickt GPT-5.6 in drei Größen ins Rennen
Sol, Terra und Luna heißen die neuen Modelle. Sol soll laut OpenAI Anthropics Claude Fable 5 im Coding-Benchmark um über 13 Punkte schlagen, bei einem Viertel der Kosten. Neu sind auch die Rechenstufen "max" und "ultra", wobei "ultra" standardmäßig vier Agenten parallel koordiniert. Mehr hier.
😬 Anthropics Werbespot sorgt für Fremdscham
Brennende Häuser, Überwachung und ein Friedhof. Der Spot "There's Hope in Hard Questions" wollte KI-Sicherheit thematisieren, wurde aber zum PR-Ausrutscher. Sam Altman postete, er habe den Clip für Satire gehalten. Besonders eine Einstellung aus einem Militärfriedhof sorgte für Kritik. Ich finde den Spot persönlich aber gar nicht schlecht, weil er eben genau die kritischen Themen aufzeigt. Mehr hier.
💸 US-Firmen wechseln zu chinesischen KI-Modellen
Auf OpenRouter stieg der Anteil chinesischer Modelle am Token-Verbrauch US-amerikanischer Firmen auf bis zu 46 %, im Vorjahr waren es 11 %. SAP, Microsoft und Uber drosseln bereits ihre Budgets. DeepSeek & Co. sind bei ähnlicher Leistung 60–90 % günstiger als OpenAI und Anthropic. Steigende Preise der US-Labore und starke Open-Source-Alternativen wie DeepSeek und Z.ai beschleunigen den Trend zusätzlich. Mehr hier.
🗣️ Claudes Persönlichkeit ändert sich je nach Sprache
Anthropic hat 309.000 Chats in 20 Sprachen analysiert: Niederländisch bringt mehr Fehler-Zugeständnisse, Hindi mehr Wärme, Englisch mehr Tiefe. Warum das so ist, weiß laut Anthropic noch niemand genau. Auch zwischen den Modellen gibt es Unterschiede, Sonnet 4.6 wirkt wärmer und knapper, Opus 4.7 direkter und vorsichtiger. Mehr hier.
🇪🇺 Nur jedes zehnte Unternehmen nutzt europäisches KI-Modell
Rund 53 % der deutschen KI-Firmen setzen laut GreenPT-Analyse auf US-Anbieter wie OpenAI oder Anthropic. Mistral, Europas einziges Frontier-Labor, erreicht kaum jedes zehnte Unternehmen. Besonders stark ist die US-Abhängigkeit in Bereichen mit hohem Compliance-Druck wie Recht, HR und Kundenservice. Mehr hier.
🇩🇪 Nur 15 % der deutschen Unternehmen schaffen die KI-Transformation
63 % der Firmen nutzen KI, 83 % sehen Produktivitätsgewinne. Trotzdem kommen nur 15 % über Chatbots und Copilots hinaus, ein Rückgang von 21 % im Vorjahr. Die Studie von Strand Partners im Auftrag von AWS warnt zudem, dass 42 % der deutschen KI-Start-ups über einen Umzug ins Ausland nachdenken, um schneller zu skalieren. Mehr hier.
⏳ 16 Nobelpreisträger warnen vor KI-Jobschock
200+ Forscher:innen und Ökonom:innen fordern in "We Must Act Now" sofortige Vorbereitung auf massive Arbeitsmarktverschiebungen. Frühere Techniksprünge gaben der Gesellschaft Jahrzehnte zur Anpassung, KI könnte laut den Autor:innen nur wenige Jahre lassen. Unter den Unterzeichnenden sind auch Google-Forscher Jeff Dean, Anthropic-Mitgründer Jack Clark und OpenAIs Noam Brown. Mehr hier.
What Else
🖼️ Google baut die Suche um: Pinterest-Optik und Pflicht-Label für KI-Ads
Google feiert 25 Jahre Bildersuche mit dem größten Umbau seit der Einführung, und der fällt … joa, ziemlich Pinterest-lastig aus.
Ab sofort rollt eine dynamische Galerie aus, die sich in Echtzeit an die Interessen der Nutzer anpasst, dazu kommt eine Collections-Funktion, mit der sich Bilder in Ordner-Tabs für Reise-Inspiration, Outfits oder Wohnideen speichern lassen.
Parallel wandert Bildgenerierung direkt in die KI-Übersichten der Suche, powered by Googles neuem Nano-Banana-Modell, sodass Nutzer sich fehlende Motive einfach erzeugen lassen können, statt weiter zu suchen.

Quelle: Google // Eigene Darstellung
Fast zeitgleich hat Google auf der Werbeseite nachgezogen: Seit dem 9. Juli zeigt das "My Ad Center" bei jeder Anzeige in Suche, YouTube und Discover an, ob KI im Spiel war (Wie das aussieht, sehr ihr hier). Mit Googles eigenen Ads-Tools erstellte Anzeigen werden automatisch markiert, bei Drittanbieter-Tools müssen Werbetreibende selbst ein Häkchen setzen, kontrolliert wird das laut Google vorerst nicht.
Der Zeitpunkt ist vermutlich kein Zufall, denn am 2. August greift Artikel 50 des EU AI Act mit Bußgeldern von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des globalen Jahresumsatzes und ich schätze das würde Google ganz gerne vermeiden.
👉️ Mehr zur Bildersuche bei TechCrunch und zum KI-Label im Google Ads & Commerce Blog
📉 Publisher-Werbeinventar bricht um bis zu 40 % ein
Neue Benchmarking-Daten des Ad-Tech-Anbieters Ozone, zeigen das ganze Ausmaß der Zero-Click-Suche: Zwischen April und Juni ist das Werbeinventar von Publisher-Seiten in den USA um 32 bis 37 Prozent eingebrochen, in Großbritannien sogar um 39 bis 41 Prozent, jeweils im Jahresvergleich.
Die Daten basieren auf einer Gruppe von Premium-Publishern (Guardian, News UK, Wall Street Journal …) und zeigen ziemlich eindeutig, dass KI-Suchergebnisse immer mehr Klicks abfangen, bevor sie überhaupt bei den Seiten ankommen.
Interessant dabei ist, dass die Werbeeinnahmen nicht ganz so stark eingebrochen sind wie das Angebot an Werbeplätzen selbst, weil die Preise pro tausend angezeigte Werbebanner (eCPM) gestiegen sind und das einen Teil der Lücke ausgleicht.
Für Marketer heißt das: Wer von euch Budgets bisher primär auf klassisches Open-Web-Display gesetzt hat, sollte den Trend weiterhin im Blick haben. Reichweite verschiebt sich zunehmend zu Plattformen, Creatorn und CTV, während klassische Publisher-Seiten, zumindest aktuell, an Wert verlieren.
👉️ Mehr dazu bei Digiday
🔄 Instagram fährt KI-Features zurück und macht sie bald kostenpflichtig
Nach nur wenigen Tagen hat Meta sein neues KI-Remix-Feature auf Instagram wieder eingestampft.
Die Funktion erlaubte es, öffentliche Posts anderer Nutzer per @-Erwähnung in eigene KI-Bilder einzubauen, und war für alle Accounts standardmäßig aktiviert, sodass Nutzer aktiv widersprechen mussten. Nach Kritik von Talentagenturen, die vor unautorisierter Nutzung von Gesicht und Werk warnten, zog Meta die Reißleine und nahm das Feature komplett vom Netz:
“Earlier this week, we announced that one way for people to generate images in Meta AI is by @-mentioning public Instagram accounts that they want to reference. Our intent was to provide a useful creative tool and to give people control over whether their public content could be referenced in this way. We’ve heard the feedback that this feature missed the mark, so it’s no longer available.”
Fast zeitgleich hat Instagram-Chef Adam Mosseri in seinem wöchentlichen Story-Q&A bestätigt, dass die KI-Tools der App künftig kostenpflichtig werden. Die Modelle seien schlicht zu teuer im Betrieb, Meta müsse Nutzer entweder drosseln oder zur Kasse bitten, was angesichts der 600-Milliarden-Dollar-Investition in US-KI-Infrastruktur wenig überrascht.
👉️ Mehr dazu bei OnlineMarketing oder TechCrunch
🌙 Jugendschutz bei Social Media zieht in Europa an
Großbritannien hat eine nächtliche “Ausgangssperre” für 16- und 17-Jährige vorgeschlagen: Apps wie Instagram, TikTok und YouTube sollen zwischen Mitternacht und 6 Uhr standardmäßig gesperrt sein. Die Maßnahme soll zusammen mit dem bereits angekündigten Komplettverbot für Unter-16-Jährige ab Frühling 2027 in Kraft treten. Ein Pilotversuch mit 300 Jugendlichen zeigte laut Regierung wohl positive Effekte auf Schlaf und Konzentration.
Nur zwei Tage zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel ein Experten-Papier vorgestellt, das ein gestuftes Zugangsmodell empfiehlt: Unter 13-Jährige sollen Social Media nur unter Aufsicht von Eltern oder Lehrkräften nutzen dürfen, mit schrittweiser Lockerung im Teenageralter.
Für Marketer heißt das: Zielgruppen-Reichweite bei Teenagern auf den großen Plattformen dürfte in den kommenden Jahren europaweit mehr reguliert und somit deutlich schwieriger werden. Wer jüngere Zielgruppen anspricht, muss alternative Kanäle und Altersverifikations-Anforderungen definitiv im Blick behalten. Denn lange wird es vermutlich nicht mehr dauern.
👉️ Mehr dazu bei Digital Trends
📌 Job- & Event-Board
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👋 That’s a wrap! 👋
So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!
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