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Hello Friends & willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters!

Erinnert ihr euch, dass ich mich letzte Woche über die Hitze bei mir Dachgeschoss beschwert habe? Lass am besten nicht über diese Woche reden… 🫠

Weil es so warm ist, will ich euch heute im Intro nicht lange belästigen.

Deswegen gibt es mal wieder einen einfachen Magic-Button für euch. Dieses mal könnt ihr was über die Vergangenheit des Internets lernen. Viel spaß damit!

Genug über Internet-Artefakte gelernt. Legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶

Die heutigen Themen:

(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)

Die heutige Ausgabe hat 2055 Wörter. Du brauchst ungefähr 11 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛

Top Story

📰 Euer Publikum schaltet ab: Desinteressierter, misstrauischer, schwerer erreichbar

Das Reuters Institute veröffentlicht jedes Jahr den Digital News Report. Die wohl größte Studie zum globalen Nachrichtenkonsum mit knapp 100.000 Befragten aus 48 Ländern.

Was der Report misst: Wie Menschen Nachrichten konsumieren, welchen Quellen sie vertrauen und wie sich beides über Zeit verändert.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Jahr: Social Media und Video-Netzwerke sind erstmals die meistgenutzte Nachrichtenquelle weltweit. 54% der Befragten nutzen sie täglich für News.

Damit liegen sie erstmals vor TV (52%) und Verlagswebsites (51%). Der Report stellt das als historischen Meilenstein dar.

Quelle: Reuters Institute // Eigene Darstellung

Im selben Report stecken aber noch weitere Erkenntnisse, die ich speziell für alle relevant halte, die mit Content und Kommunikation arbeiten.

📉 Was der Report über euer Publikum sagt

Seit 2021 ist das Interesse an Nachrichten im globalen Schnitt um 13 Prozentpunkte gesunken. Damals gaben 59% der Befragten an, "sehr" oder "extrem" an News interessiert zu sein Heute sind es 46%.

Parallel dazu ist der Anteil passiver Gelegenheitskonsumenten von 16% auf 25% gestiegen. Ein Viertel aller Befragten konsumiert Nachrichten höchstens einmal pro Woche und hat laut eigener Aussage kaum Interesse daran.

Und das Vertrauen in News insgesamt?

37% der Befragten weltweit sagen, sie vertrauen den meisten News die meiste Zeit. Das ist der niedrigste Wert, seit Reuters 2015 begann das zu messen.

Das Publikum wird also kleiner, unaufmerksamer und skeptischer.

🤔 Das Paradox: Social Media ist #1 Nachrichtenquelle

Social Media ist die meistgenutzte Nachrichtenquelle weltweit. Das Trust-Level für News auf Social liegt aber bei nur 22%. Der globale Durchschnitt für News insgesamt, den ich oben schon nannte liegt bei 37%.

Menschen konsumieren Informationen also bevorzugt auf Kanälen, denen sie weniger vertrauen als dem Durchschnitt. Reuters beschreibt das selbst als "apparent paradox" im Report.

Der Treiber dahinter, laut Studie: Bequemlichkeit gewinnt gegen Vertrauen. Die Plattformen, auf denen Menschen sowieso ihre Zeit verbringen, werden zur Standard-Nachrichtenquelle, unabhängig davon, ob man ihnen besonders vertraut.

Sehr geile Entwicklung oder? *ironie

🏢 Warum das über Medien hinausgeht

Der Report untersucht zwar in erster Linie Nachrichtenkonsum, die Entscheider hinter euren Marketing-Kampagnen sind aber dieselben Menschen, die abends auf Instagram News scrollen.

Was der Report also über Aufmerksamkeit, Vertrauen und Plattformnutzung zeigt, spiegelt das Umfeld wider, in dem euer Content am Ende landet.

Auf eine Gruppe lohnt es sich dabei gesondert zu schauen: 18- bis 34-Jährige.

Dieser Teil unserer Gesellschaft wird im nächsten Jahrzehnt den Großteil der B2B-Entscheider:innen stellen. In dieser Gruppe ist der Anteil derer, die Social als Hauptnachrichtenquelle nutzen, deutlich höher als im Gesamtdurchschnitt. Gleichzeitig sind Desinteresse und Vertrauensverlust hier am stärksten ausgeprägt.

Warum erzähle ich euch das alles? Weil ich immer wieder predige wie wichtig Thought Leadership in der B2B-Marketing-Welt ist.

Thought Leadership setzt aber einen Lesenden voraus, der aktiv Informationen sucht, Meinungen bildet und Expertise bewertet. Diese Lesenden existieren zwar noch, aber sie werden immer mehr zur Minderheit.

💡 Was das für Content-Arbeit bedeutet

Vier Dinge, die ich aus diesem Report mitnehme:

  • Weniger Output, mehr Präzision. Wenn Aufmerksamkeit knapper wird und ein Viertel der Zielgruppe kaum noch aktiv nach Inhalten sucht, verliert generischer Content als erstes. Was überlebt: Inhalte, die einen echten Grund haben, im Feed aufzutauchen.

  • Credibility ist ein Aktivposten. Trust in News insgesamt sinkt. Trust in einzelne, etablierte Marken hält sich laut Report deutlich besser. Thought Leadership, das über lange Zeit konsistent auf einem Thema bleibt, schlägt kurzfristigen Trend-Content.

  • Distribution vor Produktion. In einem Umfeld passiver Konsumenten landet guter Inhalt nicht von alleine an der richtigen Stelle. Ohne Distribution geht nichts. Creator-Beziehungen, Paid Amplification, Social-native Formate. All das wird relevanter.

  • In einer früheren Ausgabe haben wir bereits darüber gesprochen, was dieser Wandel für PR-Teams bedeutet: Creator als Earned-Media-Partner, Geschwindigkeit als Wettbewerbsvorteil, Pressemitteilungen die Creator-ready sind.

Der Reuters Report beschreibt Medienkonsum. Aber er zeigt auch das Informationsumfeld, in dem eure potentiellen Käufer leben.

Und wenn Redaktionen mit jahrzehntelanger Markenbekanntheit und Millionen-Budgets in diesem Umfeld zunehmend schwerer an Aufmerksamkeit kommen, dann wird es auch für uns Marketer immer schwieriger, Markenbotschaften oder Marketing-Aktivitäten an die richtigen Personen zu verteilen.

👉 Den vollständigen Report findet ihr beim Reuters Institute

🍿 KI-Snacks

Diese Woche tatsächlich mal kein Modell update von den Top 3. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!

🤖 Claude hat jetzt einen Slack-Account
Anthropic hat Claude Tag gelauncht: @Claude lässt sich in Slack-Kanälen direkt taggen, bearbeitet Tasks asynchron, lernt den Kontext der Organisation über Zeit und pingt von alleine nach, wenn Threads einschlafen. Agentic-Coworker-Startups dürften kein Freund davon sein. Mehr hier.

😎 Meta Glasses: eigene Brille ab 299 Dollar
Meta launcht eine eigene Brillenlinie mit Muse-Spark-KI, 26 Farbkombinationen und 8 Stunden Akku, ab 299 Dollar. Das liegt 80 Dollar unter den Ray-Ban-Meta-Einstiegsmodellen und ist die erste Brille, die unter Metas eigenem Namen erscheint. Tatsächlich sehen die Brillen gar nicht so schlecht aus. Mehr hier.

🇯🇵 Japan steigt ins KI-Game ein
Japans Sakana AI hat Fugu gelauncht: ein Multi-Modell-System, das intern verschiedene Frontier-Modelle koordiniert und nach außen wie ein einzelnes Modell wirkt. Sakana positioniert Fugu explizit als Hedge gegen US-Exportkontrollen. Frühe Nutzertests zeigen, dass Benchmarks und Alltagsperformance noch auseinanderklaffen. Mehr hier und hier.

🌍 Wenn KI-CEOs mit Staatschefs tafeln
Beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains saßen Altman (OpenAI), Amodei (Anthropic) und Hassabis (DeepMind) erstmals gemeinsam mit den Staatschefs der sieben größten Industrienationen am Tisch. Amodei und Hassabis forderten eine von den USA geführte KI-Koalition mit gemeinsamen Sicherheitsstandards und einem Chip-Export-Regime ohne China. Das Treffen fand statt, während die USA gleichzeitig Anthropics neueste Modelle für ausländische Nutzer gesperrt hatten. Mehr hier.

📊 ChatGPT hat die Mehrheit verloren
Laut Sensor Towers "State of AI Report 2026" ist ChatGPTs Marktanteil unter KI-Assistenten erstmals unter 50 % gefallen, auf 46,4 % Ende Mai. Gemini steht bei 27,7 %, Claude bei 10,3 %. Der Gesamtmarkt für KI-Apps wächst so schnell, dass selbst 1,1 Milliarden monatliche ChatGPT-Nutzer keinen Mehrheitsanteil mehr sichern. Mehr hier.

🇫🇷 Mistral verhandelt über 3 Mrd. Euro bei 20 Mrd. Bewertung
Das französische KI-Lab Mistral verhandelt laut Bloomberg über eine neue Finanzierungsrunde von rund 3 Milliarden Euro bei einer Bewertung von ~20 Milliarden Euro. Das wäre eine Verdoppelung gegenüber der letzten Runde im September 2025 (11,7 Mrd. Euro). Das Kapital soll vor allem in eigene europäische Rechenzentren fließen, mit dem Ziel bis zu 1 Gigawatt Kapazität aufzubauen. Mehr hier.

⚠️ KI-Agenten machen kleine Unternehmen unsichtbar
Cloudflare-CEO Matthew Prince warnt: Wenn KI-Agenten Kaufentscheidungen übernehmen, haben kleine Unternehmen ein ernstes Sichtbarkeitsproblem. Agenten bevorzugen Anbieter mit datenreicher Präsenz und machine-lesbaren Interfaces. Laut Prince könnte das den Markt weiter in Richtung große Established Players konsolidieren. Mehr hier.

What Else

🤝 LinkedIn bringt kollaborative Posts & Trend-Feed

LinkedIn hat auf den Cannes Lions eine Funktion vorgestellt, auf die viele lange gewartet haben: kollaborative Posts.

Nutzer und Unternehmensseiten können bald gemeinsam hinter einem Beitrag stehen, wobei alle Co-Autoren oben im Post aufgeführt werden. LinkedIn startet den Test zunächst mit ausgewählten Creatorn und Brands. Der breitere Rollout soll in den kommenden Monaten folgen.

Wie das funktioniert seht ihr hier:

Quelle: LinkedIn

Ebenfalls angekündigt hat LinkedIn einen personalisierten Trend-Feed für aktuelle Momente und Gespräche aus dem eigenen Netzwerk.

Für Marketer heißt das: Collab Posts erlauben es, gemeinsame Inhalte mit Creatorn, Kunden oder Partnern direkt unter mehreren Accounts zu veröffentlichen und damit deren Netzwerke gleichzeitig zu aktivieren. Für gewisse Zwecke macht das Feature durchaus Sinn, bei Creator-Kooperationen bin ich mir allerdings nicht so sicher. Diese verlieren durch das offensichtliche auftauchen einer Brand schnell ihre Authentizität. Persönlich bin ich Fan davon, so wenig wie möglich Brand in Creator-Collabs zu integrieren wie möglich (gibt natürlich Ausnahmen).

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today oder bei LinkedIn

📲 Instagram: Vier neue Features auf einmal – und jetzt auch auf dem TV

Instagram hat diese Woche ordentlich nachgeladen:

  • Carousel-Captions pro Slide – Seit dem 18. Juni kann jede der bis zu 20 Slides eine eigene Caption bekommen. Mehr Text pro Post bedeutet mehr Keywords und bessere Indexierung durch Google und AI-Plattformen.

  • Voice-Sticker für Stories – Sprachnachrichten lassen sich direkt in Stories aufnehmen und teilen (im Test).

  • Blaue Suchvorschläge in Kommentarsektionen – Bekannt von TikTok, gerade EU-Rollout.

  • Fotos in Kommentaren – In der Kommentarspalte lassen sich jetzt Fotos teilen.

  • Instagram for TV auf Samsung – Seit dem 22. Juni auf Samsung Smart TVs (ab Modelljahr 2020), zusammen mit Amazon Fire TV und Google TV jetzt auf den drei größten US-CTV-Plattformen. Reels laufen in thematischen Channels und Stories sind auf dem großen Bildschirm abrufbar. Meta testet außerdem längere Creator-Formate und Episodic Series.

👉️ Mehr dazu bei Instagram und Social Media Today

📊 Studie: CMOs opfern Markenaufbau, um intern Einfluss zu gewinnen

Lippincott hat 541 CMOs aus 48 Ländern befragt und im "CMO Outlook 2026" einen recht ehrlichen Einblick gegeben:

  • Nur 28% der Befragten beschreiben ihren Einfluss im Unternehmen als hoch,

  • 80% sagen, Bürokratie behindert ihre Entscheidungen regelmäßig,

  • 84% scheitern daran, das Leadership-Team auf eine gemeinsame Marketing-Strategie einzuschwören.

Das Resultat ist das, was Lippincott den "CMO Trust Trade-Off" nennt: Um intern Glaubwürdigkeit aufzubauen, priorisieren CMOs kurzfristige Performance-Metriken, obwohl sie selbst sagen, langfristiger Markenaufbau sei ihre eigentliche Priorität.

Der Widerspruch zieht sich auch ins KI-Budget: Viele CMOs investieren stark in KI-Tools, kürzen dabei aber gleichzeitig in Websites, UX und Loyalitätsprogramme. Also in die Infrastruktur, die bestimmt, ob eine Marke überhaupt in AI-Antworten auftaucht.

Für CMOs heißt das: Lippincott-CEO Michael D'Esopo sagt es ganz gut: CMOs müssen intern aktiv für langfristige Markenwerte eintreten, auch wenn das unpopulär ist. Wer permanent kurzfristige Wins produziert, um sich intern abzusichern, untergräbt langfristig genau die Arbeit, für die der Job überhaupt da ist.

👉️ Mehr dazu bei Marketing Dive

🎯 Snap baut Creator Network

Snapchat hat auf den Cannes Lions das "Snap Creator Network" angekündigt: ein KI-gestütztes Matching-System, das Advertisern die Creator-Recherche abnehmen soll.

Brands beschreiben in natürlicher Sprache, wen sie suchen (Zielgruppe, Ton, Content-Kategorie oder Kampagnenziel) und die KI schlägt passende Creator vor, übernimmt Outreach und Aktivierung.

Der Launch ist für später dieses Jahr geplant, Snap nennt das selbst den ersten Schritt Richtung eines "agentic creator marketplace", in dem KI die gesamte Prozesskette von Intent bis zur Live-Kampagne abwickeln kann.

Für Marketer heißt das: Das KI-Matching via Beschreibung macht Snapchat als Influencer-Marketing-Kanal für Teams ohne eigene Creator-Research-Kapazität deutlich zugänglicher. Wie gut das Matching tatsächlich funktioniert, werden wir beim Launch sehen. Interessant dürfte das ganze vor allem für kleinere Unternehmen sein.

👉️ Mehr dazu bei Net Influencer und Snapchat

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👋 That’s a wrap! 👋

So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!

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