Hallo Friends,
Happy kleiner Freitag & willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters!
Bevor wir heute mit den News starten, eine kleine Newsletter-Empfehlung für alle Marketer, Gründer oder Freelancer die sich mit Performance Marketing aka. Paid Ads auf Meta beschäftigen (oder es in Zukunft tun wollen).
ENDLICH gibt es einen gescheiten Paid Ads Newsletter auf Deutsch: “Butter bei die Ads” 🧈 (btw. bester Name für einen deutsch-sprachigen Newsletter. Ich liebs).
Jakob hilft mir selbst seit einiger Zeit bei meinen eigenen Paid Ads und teilt mit mir seine Erfahrung aus unzähligen Paid Kampagnen. Und der gute Mann hat nun seinen eigenen Newsletter gestartet.
Wer also wissen will, welche Creatives gerade funktionieren, keine relevanten Meta-Updates mehr verpassen will und auf der Suche nach Marketing-Prinzipien ist, die deine Paid-Performance voranbringen... drück den Abo-Button.
👉 Hier könnt ihr den Newsletter abonnieren. Dienstag kommt schon die nächste Ausgabe.
Und übrigens: Zum launch verlost Jakob unter allen neuen Abonnenten, 3x den Videokurs: “Deine erste profitable Meta Ads Kampagne” im Wert von je 199€. Lohnt sich also doppelt 🤑
Okay und nun legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶
⏰ Die heutigen Themen:
(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)
Die heutige Ausgabe hat 2198 Wörter. Du brauchst ungefähr 13 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛
Top Story
🤖 Wer bekommt den Conversion-Credit, wenn ein KI-Agent kauft?
Das IAB (Interactive Advertising Bureau) ist der große US-Branchenverband der digitalen Werbeindustrie und maßgeblich dafür verantwortlich, welche Mess- und Ad-Tech-Standards sich weltweit durchsetzen.
Und die arbeiten gerade an einem Framework, das ab dem 12. November klären soll, wie Käufe gemessen und zugeordnet werden, die über KI-Agenten wie ChatGPT oder Gemini zustande kommen.
Das Kernproblem: Wenn ein Agent eine Produktseite liest, sie mit Konkurrenten abgleicht und im Auftrag eines Nutzers kauft, überleben klassische Signale wie UTM-Parameter und Referral-Daten diese Reise meistens nicht.
Dementsprechend kannst du nicht tracken wie der Kauf im Detail zustande kam. Offen bleibt auch, wer in so einem Fall überhaupt Anspruch auf Wertschöpfung hat.
📈 Von -38% auf +42%: KI-Traffic dreht sich innerhalb eines Jahres komplett
Aktuelle Zahlen zeigen, wie schnell sich Kaufverhalten über KI-Agenten gerade verschiebt:
Fast 40 % der befragten US-Shopper nutzen laut einer IAB/Talk-Shoppe-Studie mittlerweile KI beim Einkaufen. Bei 46 % davon ist das schon "most or every time".
Adobe hat über eine Billion Retail-Website-Besuche in den USA ausgewertet: KI-Traffic ist im ersten Quartal 2026 um 393 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Und dieser Traffic konvertiert inzwischen richtig gut: 42 % höhere Conversion-Rate als klassischer Traffic (Paid Search, E-Mail & Co). Vor einem Jahr lag KI-Traffic noch 38 % unter der Conversion-Rate von Non-AI-Traffic (Adobe).
Das entspricht einem Anstieg von rund 80 Prozentpunkten innerhalb von zwölf Monaten. Und genau deshalb wird die Attributionsfrage jetzt so wichtig. Niemand kann genau sagen, wem der Umsatz eigentlich gehört.
🔀 Zwei Fragerichtungen, an denen das IAB gerade bastelt
Laut Giegerich wird das Framework den Einfluss von KI vermutlich in zwei Phasen aufteilen:
Phase | Was der Agent macht | Offene Kernfrage |
|---|---|---|
Awareness / Intent | Agent recherchiert, vergleicht Angebote, empfiehlt Optionen | Was zählt überhaupt als Werbekontakt, wenn kein Mensch die Anzeige je gesehen hat? |
Decision / Kauf | Agent schließt den Kauf im Auftrag des Nutzers ab | Welche Signale gelten als Beleg dafür, dass etwas die Kaufentscheidung beeinflusst hat? |
Diese Trennung soll später auch bestehende Methoden wie Marketing-Mix-Modeling oder Incrementality nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Das IAB hat bei ihrem Measurement Leadership Summit im Juli klargestellt: Es geht darum, neue Signale für KI-vermittelte Journeys draufzusetzen, nicht die alten Werkzeuge wegzuwerfen.
❓ Wer den größeren Anteil verdient, bleibt offen
Neben der Grundfrage "Wer zahlt wen?" sind noch einige Detailfragen offen, an denen die Arbeitsgruppe gerade arbeitet:
Was zählt als Werbekontakt, wenn kein Mensch die Anzeige je gesehen hat
Welche Signale als Beleg für Einfluss auf eine Kaufentscheidung akzeptiert werden
Ob der Publisher, dessen Content die Antwort des Agenten geprägt hat, oder die Plattform, die den Agenten betreibt, den größeren Anteil verdient (Also ChatGPT vs. Blog-Artikel z.B.)
Was passiert, wenn Werbung jemanden beeinflusst, der später Content erstellt oder eine Empfehlung ausspricht, die wiederum ein KI-System nutzt, um einen ganz anderen Nutzer zu beraten. Der Bezug zur ursprünglichen Anzeige ist an dieser Stelle kaum noch nachvollziehbar
Die Arbeitsgruppe selbst besteht übrigens aus Plattformen, Publishern, Agenturen, Messanbietern und Brands. Welche Unternehmen konkret mit am Tisch sitzen, verrät das IAB bislang nicht.
🧩 3 Baustellen gleichzeitig Attribution, Sichtbarkeit und technische Standards
Das Attribution-Framework ist übrigens nur ein Baustein von mehreren, an denen das IAB gerade gleichzeitig arbeitet.
Sichtbarkeit: Bereits am 3. August hat die Organisation ihr "Measuring Visibility in the AI Era"-Framework veröffentlicht, das mit den sogenannten "4 P's" (Presence, Prominence, Portrayal, Persuasion) beschreibt, wie sichtbar eine Marke oder ein Publisher überhaupt innerhalb von KI-Antworten ist. Über 20 Anbieter verkaufen laut IAB bereits Tools für genau diese Sichtbarkeitsmessung, oft mit völlig unterschiedlichen Methoden.
Technische Standards: Parallel dazu baut IAB Tech Lab mit den Agentic Advertising Management Protocols (kurz AAMP) an einer rein technischen Ebene: Wie erkennen sich Werbe-Agenten gegenseitig, wie verhandeln sie, wie wickeln sie Transaktionen ab. Version 2.3 kam im Juli mit neuen Regeln zu Enterprise-Deployment und Pricing-Kontrollen.
Sichtbarkeit, Attribution und technische Agenten-Standards laufen also gerade als drei getrennte Baustellen. Erst wenn alle drei stehen, hat die Branche wirklich ein komplettes Bild davon, was ein KI-Agent für eine Kampagne wert ist.
👉️ Mehr dazu bei Digiday
🍿 KI-Snacks
Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!
🧠 Claude erinnert sich jetzt überall
Anthropic hat das Gedächtnis von Claude über Chat und Claude Cowork hinweg vereinheitlicht, Kontext bleibt jetzt egal wo du gerade arbeitest erhalten. Claude speichert Themen jetzt sogar live während des Gesprächs. Entscheiden kannst du natürlich weiterhin selbst, was davon gespeichert wird. Mehr hier.
🗑️ ChatGPT beerdigt Custom GPTs für Privatkonten
Auf persönlichen ChatGPT-Konten lassen sich ab sofort keine neuen Custom GPTs mehr erstellen oder veröffentlichen, das betrifft Free-, Go-, Plus- und Pro-Nutzer. Business-, Enterprise- und Edu-Workspaces sind von der Einschränkung ausgenommen. Bereits bestehende GPTs bleiben nutzbar und lassen sich weiter bearbeiten. Mehr hier.
🔒 Anthropic hält stärkeres Modell zurück
Ein intern trainiertes Modell namens "Model 2" performt laut eigenem Risk Report besser als das aktuelle Topmodell Mythos. Anthropic hält es zurück und stuft das Risiko von Fehlausrichtung in kritischen Situationen erstmals von "sehr niedrig" auf "niedrig" hoch, mit Verweis auf jüngste Cybersicherheitsvorfälle. Die interne Entwicklung läuft aber unvermindert weiter. Mehr hier.
🔍 KI-Detektoren mit hoher Fehlerquote
Ein Test des Top-Detektors Pangram stufte einen Teil der Enzyklika des Papstes zum Thema KI fälschlich als KI-generiert ein. Solche Erkennungstools kommen längst überall zum Einsatz, wie in Schulen, Redaktionen und Personalabteilungen. Die Fehlerquote bleibt dabei aber ein Problem. Wer sich blind auf ein einzelnes Tool verlässt, urteilt am Ende genauso unzuverlässig wie die Software selbst. Mehr hier.
📚 KI verbessert Hausaufgaben & drückt Prüfungsnoten
Eine Studie mit 27.000 Schülern liefert Zahlen zum KI-Einsatz beim Lernen. Wer KI für Hausaufgaben nutzt, bekommt im Schnitt 18 % bessere Noten. Sinkt durch den KI-Einsatz gleichzeitig die eigene Lernzeit, fallen die Prüfungsergebnisse um 20 Prozent. Blieb die Zeit investiert, verschwand dieser Effekt komplett. Mehr hier.
💰 Anthropic peilt größten Börsengang aller Zeiten an
Anthropics Banker sollen Investoren ein Marktpotenzial von über 30 Billionen Dollar in Aussicht stellen und einen IPO-Erlös von mehr als 100 Milliarden Dollar. Das würde SpaceX' bisherigen Rekord von 85,7 Milliarden Dollar toppen. Eine Notierung könnte schon im Herbst kommen, die Bewertung läge dann nahe 2 Billionen Dollar. OpenAI-CFO Sarah Friar hat parallel intern bestätigt, dass der eigene Börsengang spätestens 2027 kommt. Mehr hier.
🌶️ OpenAIs erster eigener Chip schlägt Nvidia
OpenAI hat mit Broadcom den Chip Jalapeño gebaut und zeigt jetzt die ersten Benchmarks: bis zu 3,6-mal schneller als Nvidias Flaggschiff-GPUs, bei weniger Energieverbrauch. Der Chip läuft nur für den Betrieb fertiger Modelle, fürs Training bleibt OpenAI bei Nvidia. Zwei weitere Chip-Generationen sind schon in Arbeit, Produktion soll 2027 hochlaufen. Mehr hier.
What Else
🚨 Über eine Million Meldungen für LinkedIns Anti-KI-Button
LinkedIn zieht eine erste Bilanz zu seinem "Seems like AI slop"-Button, den die Plattform Ende Juli eingeführt hat. Berichtet hatten wir von der Einführung schon vor ein paar Wochen (hier).
Chief Product Officer Hari Srinivasan berichtet, dass Nutzer den Button innerhalb der ersten zwei Wochen über eine Million Mal geklickt haben, und Inhalte, die als KI-Slop markiert wurden, erreichen seitdem rund 40 Prozent weniger Impressionen.
Vorausgegangen war eine Analyse des Anbieters Pangram, laut der über 41 Prozent aller längeren LinkedIn-Posts komplett KI-generiert sind, mehr als bei jeder anderen Textplattform (darüber hatten wir ebenfalls berichtet). 👇

Quelle: Pangram // Eigene Darstellung
Wer selbst gemeldet wird, bekommt das inzwischen auch zu spüren: LinkedIn zeigt betroffenen Autoren jetzt einen Hinweis direkt in den Post-Analytics, dass Nutzer den Beitrag als KI-artig empfunden haben.
Für Marketer heißt das: Wer LinkedIn-Content mit KI vorproduziert, sollte spätestens jetzt auf Substanz statt auf glatte Formulierungen achten. Nicht die Nutzung von KI wird bestraft, sondern das Fehlen von echtem Inhalt dahinter (was somit 95% des LinkedIn-Contents betrifft 👀).
👉️ Mehr dazu bei Social Media Today
📉 Reddit-Zitate in ChatGPT brechen über Nacht ein
Ihr erinnert euch… Reddit war lange Zeit DER Top-Performer für KI-Zitationen. Reddit lag zwischen dem 18. Juli und dem 7. August konstant bei rund 3,8 Prozent aller Quellenangaben in ChatGPT Search. Seit dem 8. August kippt dieser Wert:
Zeitraum | Anteil Reddit-Zitate |
|---|---|
18.07. – 07.08. | ca. 3,8 % |
14.08. – 17.08. | ca. 0,5 % |
Veränderung | rund 86 % Rückgang |
Auslöser könnte der Rollout von GPT-5.6 als neuem Standardmodell sein, bei dem ChatGPT Search deutlich häufiger gezielte Suchen gegen einzelne Domains fährt statt breit im offenen Web zu suchen.
Eine zweite Erklärung kursiert parallel: Manche Analysten führen den Einbruch auf eine mögliche gezielte Sperrung von Reddit-Crawlern zurück, offiziell bestätigt ist das bisher nicht. Google AI Overviews und AI Mode zeigen im selben Zeitraum nur einen leichten Rückgang, der Effekt scheint also ziemlich ChatGPT-spezifisch zu sein. Ein ähnlicher Einbruch war im September 2025 bereits einmal aufgetreten und hatte sich danach wieder erholt.
Für Marketer heißt das: Wer Reddit aktuell als zentralen GEO-Hebel eingeplant hat, sollte die Erwartungen kurzfristig runterschrauben, ohne die Plattform komplett aus der Strategie zu streichen. KI-Sichtbarkeit schwankt derzeit deutlich stärker als klassisches Google-Ranking.
✂️ Instagram nimmt dir den ersten Reels-Schnitt ab
Was ist die größte Hürde bei Shortform-Videos? Oft ist es nicht die Idee, sondern die leere Schnitt-Timeline danach.
Mit "First Draft" rollt Instagram eine Funktion aus, die aus rohem Kameramaterial automatisch einen ersten Reel-Entwurf baut: Pausen werden entfernt, die stärksten Momente ausgewählt und aneinandergereiht.
In einem Beispiel von Instagram selbst wurden fast fünf Minuten Rollerblading-Footage zu einem 17-sekündigen Reel verdichtet. Laut Meta dauert der erste Durchlauf unter zehn Sekunden.

Quelle: Instagram // Eigene Darstellung
Nutzer erreichen die Funktion entweder direkt über die Kamera beim Aufnehmen oder nachträglich über die Reels-Galerie bei mehreren ausgewählten Clips.
Was ganz nice ist: Jede Entscheidung bleibt reversibel, Reihenfolge, Cuts und Musik lassen sich danach ganz normal in der vollen Reels-Bearbeitung anpassen. Der Rollout startet zunächst nur auf iPhones.
👉️ Mehr dazu bei OnlineMarketing und TechCrunch
🎯 Meta streicht die letzten manuellen Placement-Kontrollen
Werbetreibende sehen aktuell eine Meldung im Placements-Bereich des Ads Managers: Ausschlüsse nach Placement, Plattform, Gerät und Betriebssystem werden komplett entfernt.
Konkret verschwindet die Möglichkeit:
einzelne Placements wie In-Stream-Ads zwischen Reels oder Audience Network abzuwählen
eine ganze Plattform auszuschließen, etwa nur auf Instagram statt auch auf Facebook zu laufen
die Auslieferung auf Mobile oder Desktop zu beschränken
nach Betriebssystem zu filtern
Ein konkretes Datum für den Rollout hat Meta bisher nicht genannt.
Der Schritt reiht sich in eine längere Entwicklung ein: Detailtargeting-Ausschlüsse fielen bereits im Januar 2025 weg, seit Februar 2026 ist die Advantage+ Kampagnenstruktur ohnehin verpflichtend und lässt Placement-Steuerung nur noch auf Account-Ebene zu.
An der Stelle auch nochmal der Hinweis aus dem Intro: Folgt super gerne mal beim “Butter bei die Ads” Newsletter rein. Da werden genau solche Themen im Detail bespielt. 👉 Abonnieren könnt ihr hier.
👉️ Mehr dazu bei Social Media Today
📌 Job- & Event-Board
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👋 That’s a wrap! 👋
So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!
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