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Hello Friends & willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters, Whop whop 🥳

Bevor wir heute mit den News starten, noch kurz eine Story aus Südkorea die ich spannend finde.

Die Regierung hat gerade SK Telecom, KT und Kakao ausgewählt, um landesweit kostenlose KI-Chatbots und Behörden-Agenten aufzubauen. Für ALLE 52 Millionen Einwohner:innen! Kein Abo, kein Nutzungslimit.

Im Prinzip eine KI-Grundversorgung für alle Bürger wie Strom oder Wasser 🤯

Ziel sei es, vor allem heimische Angebote damit zu unterstützen und weg von chinesischen oder amerikanischen Modellen zu kommen.

Was meint ihr …

... würdet ihr euch sowas auch für Deutschland, Österreich oder die Schweiz wünschen?

(Ihr seht die Ergebnisse nach dem Abstimmen).

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Okay genug davon. Legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶

Die heutigen Themen:

(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)

Die heutige Ausgabe hat 2013 Wörter. Du brauchst ungefähr 10 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛

Top Story

🎭 Authentizität Matters: KI-Content vs. User, Plattformen und Gesetzgeber

52 Prozent der Konsument:innen stört es, wenn Marken KI-Content posten, ohne das offenzulegen.

Und diese Woche zeigt sich anhand einiger News, dass das längst keine Einzelfall mehr ist. Plattformen ziehen technisch nach, die EU zieht regulatorisch nach und die ersten Marken passen ihre Creator-Strategie bereits danach an.

📊 Die Zahlen hinter dem Trend

Der Sprout Social Content Strategy Report 2026 hat über 2.300 Konsument:innen und 1.200 Marketer befragt. Die Ergebnisse zeigen eine klare Lücke zwischen dem, was Marken tun, und dem, was euer Publikum eigentlich will.

  • Menschgemachter Content ist für Konsument:innen die Priorität Nummer 1, noch vor allen anderen Faktoren

  • 50 Prozent der Gen Z blockt oder entfolgt Accounts wegen "AI Slop"

  • 60 Prozent interagieren im aktuellen KI-Klima generell weniger mit Marken-Content

  • 55 Prozent vertrauen Marken mit menschgemachtem Content mehr, bei Gen Z und Millennials steigt der Wert auf zwei Drittel

Wie schnell das kippen kann, zeigte Coca-Cola im Dezember: Der Spaßgetränke-Hersteller brachte eine komplett KI-generierte Version seines Weihnachtsklassikers "Holidays Are Coming" raus, und das Netz reagierte, sagen wir … bescheiden. Ein Nutzer nannte den Spot "den profitabelsten Werbespot in Pepsis Geschichte" 😄

Eine Marke, die jahrzehntelang emotionales Kapital in genau diesen Spot investiert hatte, verlor durch KI ausgerechnet das, wofür sie eigentlich bekannt war: Authentizität

🛡️ Plattformen ziehen technisch nach

Auch die Plattformen selbst reagieren, und zwar mit konkreten Produktänderungen:

  • Instagram führt ein "AI-generated profile"-Label ein und drosselt aktiv die Reichweite unmarkierter KI-Profile

  • WhatsApp rollt ein eigenes KI-Content-Label für Channels aus, je nach Region sogar verpflichtend

  • LinkedIn meldet in seinem aktuellen EU-Transparenzbericht einen Anstieg erkannter Fake-Aktivität um 46 Prozent binnen sechs Monaten, während die aktiven EU-Nutzer im selben Zeitraum nur leicht wuchsen (+1,4 Mio. User)

Alle drei Maßnahmen zielen auf dasselbe Prinzip: Plattformen wollen künftig sichtbar machen, was von einem Menschen kommt und was von einer Maschine.

⚖️ Der Gesetzgeber mischt mit

Letzten Monat hatten wir bereits berichtet, dass seit dem 2. August 2026 in der EU Artikel 50 des AI Acts verbindlich gilt. Chatbots, Deepfakes und KI-generierte Inhalte zu öffentlichen Themen sind nun kennzeichnungspflichtig, mit Ausnahme, wenn ein Mensch redaktionell geprüft hat und die Verantwortung dafür trägt.

Bußgelder bei Verstößen gehen in die Millionen, und die Pflicht gilt unabhängig von der Unternehmensgröße.

Auch außerhalb Europas tut sich was: Der US-Bundesstaat New York verpflichtet Werbetreibende seit dem 9. Juni 2026, sogenannte "Synthetic Performer" in Anzeigen offenzulegen (also komplett KI-generierte, fiktive Menschen, die wie echte Darsteller:innen auftreten, aber gar nicht existieren).

🎭 Die Konsequenz in der Praxis: ältere Creator als Vertrauens-Wette

Wie sich das schon jetzt auf Marketing-Entscheidungen auswirkt, zeigt eine aktuelle Digiday-Analyse:

Laut der Analyse setzen Marken zunehmend auf Millennial- und Gen-X-Creator statt auf jüngere Gesichter, weil deren Konsistenz und Storytelling im KI-Zeitalter schwerer zu faken sind.

Laut eMarketer kaufen 34 Prozent der Social-User eher nach einer glaubwürdigen Creator-Review. Ein Wert, der mit Blick auf die Sprout-Social-Zahlen von oben, für Marken zunehmend an Bedeutung gewinnt.

🎯 Für Marketer heißt das:

Wer aktuell auf günstige KI-Content-Skalierung setzt, arbeitet gerade gegen drei Kräfte gleichzeitig:

  1. Gegen das Vertrauen der eigenen Zielgruppe,

  2. gegen Plattform-Algorithmen

  3. und inzwischen auch gegen Gesetze.

Ich denke zwar nicht, dass KI-Content deswegen schnell verschwindet, aber die Zeit des unmarkierten Durchwinkens ist für Marken in Europa so langsam aber sicher vorbei.

👉️ Mehr dazu bei Sprout Social, Social Media Today oder aiactify.eu zum AI Act

🍿 KI-Snacks

Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!

🧠 Claude Fable 5.1 ist da
Anthropic hat Fable 5.1 veröffentlicht und schlägt damit Fable 5, Opus 5 und GPT-5.6 Sol auf mehreren Benchmarks, etwa mit 52,6 statt 24,7 Prozent im Terminal-Bench-Science-Test (wissenschaftliche Recherche). Cache-Reads kosten jetzt 75 Prozent weniger und die Cybersecurity-Filter feuern 60 Prozent seltener bei harmlosen Anfragen. Aktuell definitiv das Top-Modell in Claude. Mehr hier.

🦾 Anthropic gibt KI-Agenten Zugriff auf echte Maschinen
Mit dem neuen Model Hardware Standard (MHS) können Claude-Agenten jetzt Mikroskope, Liquid Handler und Roboterarme steuern. Setups, die bisher Wochen dauerten, laufen laut Anthropic in Stunden. Bei QuEra Computing verbesserte ein MHS-Agent die Erfolgsquote einer Laser-Kalibrierung von 58 auf 99,3 Prozent, in 695 von 700 Testläufen völlig autonom über Nacht. Mehr hier.

🤝 Nvidia will Hugging Face für 12,9 Mrd. kaufen
Laut übereinstimmenden Berichten von The Information, Reuters und CNBC hat sich Nvidia mit der Open-Source-Plattform auf einen Kaufpreis von 12,9 Milliarden Dollar geeinigt, offiziell bestätigt ist der Deal noch nicht. Es wäre die größte Übernahme in Nvidias Geschichte. Hugging Face setzt aktuell rund 150 Millionen Dollar im Jahr um und hatte ein früheres Nvidia-Angebot über 500 Millionen Dollar bei 7 Milliarden Bewertung abgelehnt. Mehr hier.

💰 ChatGPT-Werbung knackt 1 Milliarde Dollar Umsatz
Keine 200 Tage nach dem Start hat OpenAIs Anzeigengeschäft einen annualisierten Umsatz von 1 Milliarde Dollar erreicht, genutzt von zehntausenden Werbetreibenden in über 40 Ländern. Ab sofort können auch Werbetreibende in Indien, Europa sowie dem Nahen Osten selbst über den Ads Manager buchen. Laut Similarweb-Daten enthalten inzwischen rund 26 Prozent aller ChatGPT-Antworten eine bezahlte Anzeige. Mehr hier.

🇪🇺 EU stuft ChatGPT als Riesen-Suchmaschine ein
Die EU-Kommission hat ChatGPT unter dem Digital Services Act als "Very Large Online Search Engine" eingestuft, nachdem OpenAI mehr als 159 Millionen durchschnittliche monatliche Nutzer in der EU gemeldet hat, gut das Dreifache der 45-Millionen-Schwelle. Reddit und Roblox wurden im selben Aufwasch als "Very Large Online Platforms" eingestuft. OpenAI hat bis Ende Dezember 2026 Zeit für Risikoaudits, Transparenzpflichten und Jugendschutzmaßnahmen, bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Mehr hier.

😰 Wer KI versteht, hat mehr Jobangst
Eine TU-Darmstadt-Studie mit YouGov und über 2.000 Befragten zeigt: Je besser Menschen KI verstehen, desto größer ihre Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Rund 43 Prozent der Befragten mit sehr gutem KI-Know-how rechnen damit, dass KI bald ihre Arbeit übernimmt, betroffen sind vor allem Anwälte, Softwareentwickler und Social-Media-Jobs. Nur 15 Prozent haben bisher an einer KI-Weiterbildung teilgenommen. Mehr hier.

⚖️ Gericht kippt Pentagon-Blacklist gegen Anthropic
Eine Bundesrichterin in San Francisco erklärte die Einstufung Anthropics als "Supply Chain Risk" für rechtswidrig. Richterin Rita Lin schrieb, die Berufung auf nationale Sicherheit sei "kein Freifahrtschein", um Kritiker zu bestrafen. Anthropic hatte sich geweigert, Claude für autonome Waffensysteme oder Massenüberwachung freizugeben. Mehr hier.

What Else

🐦 Twitter ist zurück … kinda

Musk wird gerade ordentlich getrollt und dürfte schäumen vor Wut. Ein Startup namens Operation Bluebird hat mit Twitter.now eine neue Plattform unter dem alten Namen gelauncht, komplett mit blauem Vogel-Logo und leicht anderem Gefieder als früher.

Quelle: Twitter.now // Eigene Darstellung

Die rechtliche Grundlage dahinter: Bluebird hatte im Dezember 2025 beim US-Patentamt beantragt, die Marken "Twitter" und "Tweet" für aufgegeben erklären zu lassen, weil X sie seit dem Rebranding 2023 nicht mehr nutzt. X klagte daraufhin und wollte den Launch per Gerichtsbeschluss stoppen. Ein schriftliches Urteil steht bislang aus, Bluebird hat trotzdem live geschaltet.

Wer einsteigen will, zahlt für einen von zwei Zugängen:

  • Founder (20 $): früher Zugang, reservierter Handle, nummeriertes Badge

  • Fighter (40 $): zusätzlich Finanzierung des laufenden Rechtsstreits gegen X

Bots sollen so von vornherein draußen bleiben, und laut Plattform wird jeder Post automatisch von einem Gemini-gestützten Tool faktengecheckt.

Für Marketer heißt das: Für einen ernsthaften Kanaleinstieg ist das noch viel zu früh, dafür ist die Nutzerbasis zu klein und die Rechtslage zu wackelig. Spannend bleibt trotzdem, wie viel ungenutztes Markenkapital offenbar noch im alten Twitter-Namen steckt.

👉️ Mehr dazu bei OnlineMarketing oder Engadget

🛒 YouTube öffnet sich für Amazon-Affiliate-Links

YouTube-Chef Neal Mohan hat es Ende August selbst verkündet: Amazon wird offiziell Teil des YouTube Shopping Affiliate Programs.

Berechtigte US-Creator können ab sofort Amazon-Produkte direkt in Shorts, Langform-Videos und Livestreams taggen und verdienen eine Provision an jedem Verkauf, der darüber zustande kommt.

  • Vorher: Amazon-Link mühsam in die Videobeschreibung packen und hoffen, dass jemand draufklickt

  • Jetzt: natives Produkt-Tagging direkt im Video, inklusive Auto-Tagging, das vergangene Uploads scannt und passende Produkte automatisch vorschlägt

Amazon liefert für die Tags einen kuratierten Produktkatalog, fehlt etwas, können Creator es über den YouTube-Support nachfragen lassen. Wie stark der Effekt sein kann, zeigt ein eigener YouTube-Test aus dem Juli: Videos mit Shopping-Produkt-Tags erzielten über 110 Prozent mehr Klicks auf Produkte als reine Beschreibungs-Links.

Für Marketer heißt das: Wer Creator-Partnerschaften mit Produktplatzierung fährt, sollte das Feature auf dem Schirm haben, allein wegen der Klickzahlen. Nicht so geil ist leider die Messbarkeit: Amazon liefert bislang keine Zuordnung, welches Video welchen Verkauf ausgelöst hat, Attribution auf Video-Ebene ist also vorerst Fehlanzeige.

👉️ Mehr dazu bei TechCrunch

💥 Metas 17-Milliarden-Settlement zwingt die ganze Branche zu Teen-Safety-Regeln

Meta hat sich mit 47 US-Bundesstaaten, dem District of Columbia und mehreren Territorien geeinigt, um die Sammelklage wegen absichtlich süchtig machender Facebook- und Instagram-Features beizulegen.

Geeinigt wurde sich auf eine Zahlung von 17,1 Mrd. Dollar.

Spannend wird es aber beim Kleingedruckten: Rund 5,3 Milliarden Dollar der Summe werden nur fällig, wenn TikTok und YouTube dieselben neuen Jugendschutz-Maßnahmen übernehmen.

Dazu zählen unter anderem:

  • Tägliches Nutzungslimit für Teens, von Eltern anpassbar

  • Nachtmodus, der den Zugriff nachts weitgehend sperrt, Messaging bleibt offen

  • Schulzeit-Modus, der Benachrichtigungen pausiert, außer Nachrichten und Sicherheits-Alerts

  • Abschaltbares Autoplay

  • Standardmäßig ausgeblendete Like- und Reaktionszahlen für Teens

Meta hat das Ganze per Ganzseiten-Anzeigen in großen US-Zeitungen als neuen Industriestandard verkauft und ruft TikTok sowie YouTube öffentlich dazu auf mitzuziehen. Meta hat daran natürlich Interesse, denn zieht die Konkurrenz mit denselben Regeln mit, bleibt das Spielfeld für alle gleich eingeschränkt und Meta verliert dadurch keinen Wettbewerbsvorteil an TikTok oder YouTube.

👉️ Mehr dazu bei CNN

💰 Creator Economy: Bezahlmodelle und Gebühren-Chaos

Wie unterschiedlich Plattformen ihre Creator eigentlich bezahlen, hat Digiday in einer Übersicht zusammengetragen, und das Bild ist ziemlich uneinheitlich (obviously):

  • 50% der Marken, kalkulieren die Creator-Honorare falsch

  • 40% der Marken glauben, im Nachhinein überzahlt zu haben

  • Marken zahlen in 90% der Fälle zu viel

Eine verbindliche Preislogik wie das Cost-per-Click-Modell bei Suchmaschinenwerbung gibt es für Creator-Deals bislang nicht. Die IAB arbeitet zwar an einer Art Standard-Währung fürs Creator-Marketing, ein fertiges Ergebnis lässt aber noch auf sich warten. Ich bin da persönlich allerdings sehr skeptisch, ob wir überhaupt jemals eine einheitliche Preislogik sehen werden.

💡 Übrigens: Laut Creator-Finanzberater Osman Badat bekommen Creator mit ähnlichen Engagement-Raten oft völlig unterschiedliche Angebote für dieselbe Leistung, und besonders People-of-Color-Creator liegen dabei häufig eher am unteren Ende.

👉️ Mehr dazu bei Digiday

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👋 That’s a wrap! 👋

So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!

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