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Ihr Lieben!! Welcome welcome zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters. Schön, dass ihr wieder (oder neu) reinlest.

Diese Woche haben wir einige neue Lesende dabei, denen ich meinen Newsletter frecherweise beim Besuch des Business Creator Summits in Berlin aufgedrückt habe. Grüße gehen raus 👋

Bevor wir mit den News der Woche starten, wollte ich einmal fragen, wie euch das neue Job-Board gefällt, das ich seit vier Wochen im Einsatz habe. Ihr findet es als letzte Kategorie jeder Ausgabe.

Schaut ihr euch das an? Ist es valuable? Würdet ihr etwas verändern? Haut raus!

Wo wir das nun geklärt haben, legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶

Die heutigen Themen:

(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)

Die heutige Ausgabe hat 2104 Wörter. Du brauchst ungefähr 11 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛

Top Story

🤖 Was KI-Agenten für euren Marketing-Job bedeuten

Vor knapp vier Wochen, hatte ich in einer kleinen What-Else-Story erzählt, dass KI-Agenten das Media Buying übernehmen und das das eigentlich mal eine Top-Story wert wäre.

I guess es ist Zeit das einzulösen.

Stellt euch eine ganz normale Marketing-Aufgabe vor. Dashboard öffnen, Filter setzen, Zahlen exportieren, Learnings rausziehen, nächste Kampagne briefen. So läuft das heute noch, egal ob ihr Ads schaltet, Content plant oder Reportings baut.

In 12 bis 24 Monaten sieht das für viele von uns anders aus: Ihr beschreibt das Ziel, ein Agent erledigt die Zwischenschritte selbst, ihr prüft das Ergebnis.

Kampagnensteuerung verschiebt sich zunehmend von der klassischen Dashboard- oder Tool-Bedienung hin zu KI-Agenten, die im Hintergrund optimieren.

🧠 Kurz erklärt: Was ist ein Agent eigentlich?

Ein Chatbot beantwortet eine einzelne Anfrage und klassische Automatisierung folgt festen Regeln (wenn X passiert, mach Y).

Ein Agent hingegen bekommt ein Ziel und entscheidet selbst, welche Schritte dahin führen, oft über mehrere Tools und mehrere Runden hinweg.

Die Verbindung zwischen Agent und Tool läuft dabei meistens über MCP (Model Context Protocol), einen offenen Standard von Anthropic. MCP ist die gemeinsame Sprache, mit der ein Agent in eurem Tool auch wirklich etwas tun kann, nicht nur Daten auslesen.

🔄 Wo das gerade überall passiert

Media Buying ist aktuell am sichtbarsten, weil dort TikTok, Google, Meta und Amazon parallel eigene MCP-Server veröffentlicht haben. Aber dieselbe Logik zieht gerade durch euren kompletten Tool-Stack

1⃣ Media Buying & Performance: KI-Agenten übernehmen Kampagnenaufbau, Asset-Upload, Budget-Verschiebungen und Targeting. Bei Performance-Marketern liegt die Adoption von Googles Performance Max bei 91 %, bei Metas Advantage+ bei 88 %.

2⃣ Content & Creative: Canva hat sein KI-Modell im April so umgebaut, dass ein einziger Prompt Layout, Texte, Bilder und Markenfarben automatisch zusammensetzt, komplett editierbar. Die Anbindung an externe Agenten wie Claude oder ChatGPT läuft ebenfalls über MCP.

3⃣ Content-Ops & CMS: Publishing-Tools bekommen eigene Agenten für SEO-Struktur, interne Verlinkung, KI-Sichtbarkeit, bis hin zur Gestaltung ganzer Websites.

4⃣ Reporting & Analyse: Statt Rohdaten zu exportieren, liefern Reporting-Agenten direkt Einordnungen: Was lief gut, was nicht, was macht ihr als Nächstes.

Das Ganze betrifft nicht nur Performance-Teams. Egal in welcher Marketing-Disziplin ihr unterwegs seid, euer Tool bekommt in den nächsten Monaten vermutlich einen MCP dazu und wird sich somit über einen KI-Agenten steuern lassen.

🎯 Vom Ausführen zum Briefen

Bisher haben wir Kampagnen selbst gebaut, Designs selbst layoutet, Reports selbst gezogen. Künftig briefen wir ein Ziel, geben Kontext und bewerten das Ergebnis. Laut HubSpot nutzen bereits 19,2 % der Marketer Agenten, um komplette Marketing-Prozesse durchlaufen zu lassen, ohne selbst jeden Schritt anzufassen. Tendenz steigend.

Das bringt aber auch Probleme mit: Wenn niemand mehr im Dashboard sitzt, merkt auch niemand, wenn ein Agent in die falsche Richtung optimiert.

James Deaker, CEO der Media-Agentur Korukea, bringt das im Artikel “Digital Advertising needs guardrails for AI” gut auf den Punkt:

Das eigentliche Risiko von Agenten liegt in der Verantwortlichkeit, nicht in ihrer Fähigkeit. Ein kleiner Fehler läuft in Maschinengeschwindigkeit über den ganzen Account, bevor es jemand merkt.

Auch die Zahlen des IAB stützen das. 70 % der Marketer hatten laut eigener Aussage schon einen KI-bedingten Zwischenfall in ihrer Werbung, etwa fehlerhafte Inhalte oder falsche Zielgruppen. 40 % mussten deswegen bereits eine Kampagne pausieren.

Quelle: IAB // Eigene Darstellung

🙋 Wo der Mensch (noch) unersetzbar bleibt

Okay, soweit so gut. Aber wat machen wir als Menschen jetzt noch?

Strategie, Markenverständnis, Geschmack und die Beziehung zu Kunden oder Stakeholdern bleiben vorerst reine Menschensache.

Kein Agent entscheidet, wofür eure Marke stehen soll oder wie ein wichtiges Kundengespräch läuft. Da verschiebt sich also auch der Wert unserer Arbeit hin.

Konkret heißt das, wir sitzen seltener im Dashboard und entscheiden häufiger, was rausgehen darf. Wenn alle Zugriff auf dieselben KI-Tools haben, entscheidet am Ende der Geschmack darüber, wer sich abhebt.

Was ihr jetzt tun könnt:

  1. Tool-Check machen. Schaut in euren wichtigsten Tools (CMS, Ads-Manager, Reporting) nach, ob dort schon Agenten-Features ausgerollt werden.

  2. Kontext statt kurzer Anweisung geben. Briefe einen Agenten wie ein neues Teammitglied, nicht wie eine Suchmaschine. Style-Guide, drei Beispiele aus vorherigen Kampagnen und ein klares No-Go reichen meistens schon aus, damit das Ergebnis nicht bei null anfängt.

  3. Stichproben statt Vollkontrolle. Bei der Menge an Output, den ein Agent produziert, könnt ihr nicht mehr jede Zeile gegenlesen. Zieht stattdessen regelmäßig Stichproben, so wie ihr auch bei einem Junior-Mitarbeitenden nicht jede Mail kontrolliert, aber ab und zu reinschaut.

  4. Freigabe-Stufen nach Risiko staffeln. Eine Reporting-Zusammenfassung darf der Agent frei erstellen. Bei öffentlichen Posts, Preisänderungen oder Budget-Verschiebungen baut ihr eine Freigabe ein, bevor etwas live geht.

  5. Agent-Traces lesen lernen. Viele Tools zeigen mittlerweile an, welche Schritte ein Agent gegangen ist und auf welcher Quelle eine Entscheidung basiert. Diesen Trace kurz zu prüfen, bevor ihr einem Ergebnis vertraut, wird zur neuen Grundkompetenz, ähnlich wie das Prüfen von Quellenangaben bei einem Praktikanten-Report.

👉 Mehr zum Thema KI-Agenten, lest ihr bei HubSpot, Adexchange, Digiday und IAB

🍿 KI-Snacks

Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!

🚀 Claude Sonnet 5 ist da
Anthropic hat Sonnet 5 veröffentlicht, das neueste Modell in der günstigeren Sonnet-Reihe. Es macht große Sprünge bei Agentic Coding und kann jetzt eigenständig Browser und Terminal steuern. Die Cybersecurity-Benchmarks fallen niedriger aus als bei Sonnet 4.6, laut Anthropic wurde gezielt nicht auf diese Aufgaben trainiert. Mehr hier.

🔓 Claude Fable 5 ist (bald) zurück
Die US-Regierung hebt die Sperre von Fable 5 auf, nach 18 Tagen Exportstopp wegen Sicherheitsbedenken. Das Modell galt zuvor als eines der stärksten am Markt und wurde parallel zu Mythos 5 zurückgehalten. Mythos 5 darf jetzt ebenfalls wieder an ausgewählte US-Organisationen aus kritischer Infrastruktur und Cyber-Defense gehen. Mehr hier.

📊 Anthropic zeigt Claudes Tagesrhythmus
Anthropic hat im neuen Economic-Index-Report stündliche Nutzungsdaten von Claude ausgewertet, statt wie bisher wöchentliche Schnappschüsse. Die Auswertung zeigt klare Muster: News-Fragen peaken morgens, Rezepte abends, Schlafberatung vor Sonnenaufgang. An Wochenenden macht private Nutzung fast die Hälfte aller Chats aus, unter der Woche liegt der Anteil bei rund einem Drittel. Mehr hier.

🧠 KI-Nutzung schwächt kritisches Denken, laut MIT
Eine MIT-Studie mit 67 Teilnehmenden hat untersucht, wie sich regelmäßige Chatbot-Nutzung auf die Fähigkeit auswirkt, Falschinformationen selbst zu erkennen. Mit KI-Unterstützung stieg die Trefferquote um 21 Prozent. Ohne Unterstützung sank die eigenständige Erkennungsleistung in Woche vier des Experiments um 15,3 Prozent. Für Unternehmen mit KI-gestützten Compliance-Prozessen ein Risikosignal. Mehr hier.

📉 Studie: Deutsche Firmen verschenken ihr KI-Potenzial
Eine neue Studie zeigt: 83 Prozent der deutschen Unternehmen berichten bereits von Produktivitätsgewinnen durch KI. Die wirtschaftliche Transformation bleibt bislang aber aus. Das Potenzial wird laut Studie nicht in echten wirtschaftlichen Vorteil übersetzt. Mehr hier oder hier.

🇩🇪 Bundesregierung will KI-Taskforce
Schwarz-Rot plant, das Thema Künstliche Intelligenz innerhalb der Bundesregierung besser zu bündeln. Details zur genauen Struktur und den Zuständigkeiten der geplanten Taskforce sind noch offen. Mehr hier.

🔧 Ford holt 350 Ingenieure zurück weil KI nicht liefert
Ford hat laut Bloomberg 350 erfahrene Qualitätsprüfer wieder eingestellt, nachdem KI-Tools bei der Fahrzeugentwicklung nicht die erhofften Ergebnisse lieferten. Die Rückkehr der Fachkräfte hat die Qualitätskontroll-Rankings des Autobauers spürbar verbessert. Ein Beispiel dafür, dass KI-Automatisierung menschliche Erfahrung in bestimmten Bereichen noch nicht ersetzt. Mehr hier.

What Else

📢 OpenAI baut neue Werbeformate

OpenAI sucht gleich drei neue Software-Engineers in San Francisco, die künftig Text-, Bild-, Video-, Native-, Conversational- und interaktive Anzeigenformate für ChatGPT entwickeln sollen.

Bisher bestand ein ChatGPT-Ad aus wenig mehr als Überschrift, kurzer Beschreibung, Bild und Link, seit dem Test-Start am 9. Februar für eingeloggte US-Free- und Go-Nutzer.

Der Pilot hat laut Digiday bereits über 100 Millionen Dollar annualisierten Umsatz und mehr als 600 Werbetreibende eingesammelt.

Für Marketer heißt das: Wer bislang auf ChatGPT-Ads gewartet hat, weil das Format zu simpel war, sollte sich auf deutlich mehr Testfläche einstellen. Gerade Video- und Conversational-Formate könnten schon in den kommenden Monaten neue Möglichkeiten für interaktive Produktberatung direkt im Chat eröffnen.

👉️ Mehr dazu bei Digiday

📰 LinkedIn testet Suggested Feeds

Letzte Woche hatten wir das Thema nur kurz angerissen weil die kollaborativen Posts die Show gestohlen haben.

Jetzt gibt es mehr Details: LinkedIn testet aktuell sogenannte Suggested Feeds, themenfokussierte Zusatz-Feeds neben dem klassischen Hauptfeed, die auf Basis der Themen empfohlen werden, mit denen Nutzer:innen interagieren, oder auf Basis aktueller Trendnews.

So soll das aussehen (Gab leider keine bessere Quali, sorry):

Professionals sollen leichter auf dem Laufenden bleiben, was in ihrem Fachgebiet passiert, während LinkedIn gleichzeitig seinen Wert als News- und Informationsquelle ausbauen will. Julia Cabral Flavin (Senior Direktorin Produkt Marketing bei LinkedIn) erklärt das ganze hier in einem Video.

Im letzten Jahr testete LinkedIn bereits ähnliche Alternative Feeds, die aber offenbar auf wenig Anklang stießen und wieder eingestampft wurden.

Für Marketer heißt das: Sollten Suggested Feeds breiter ausgerollt werden, entsteht ein zusätzlicher Distributionsweg abseits des Hauptfeeds, der stark über Themenrelevanz statt über das eigene Netzwerk funktioniert. Ich würde empfehlen, sich jetzt schon Gedanken zu machen, wie sich euer Content klarer nach Themenclustern taggen und strukturieren lässt.

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today

🎬 Instagram will ins Wohnzimmer

Instagram baut seine neu gelaunchte TV-App konsequent aus und ist mit der Erweiterung auf Samsung-Smart-TVs jetzt auf den drei größten Connected-TV-Plattformen der USA vertreten (Amazon Fire TV und Google TV).

Meta testet für die TV-App aktuell längere Videoformate, episodische Serien und sogar Live-TV mit Creator-Broadcasts auf dem großen Bildschirm.

Laut Instagram-Produktchefin Tessa Lyons soll das vor allem kurzformatigen Creators einen einfachen Einstieg in längeres, episodisches Storytelling bieten, ähnlich den Microdramas, die auf TikTok bereits boomen.

Warum gerade jetzt? Streaming machte im Dezember 2025 laut Nielsen fast 48 Prozent der gesamten US-TV-Nutzungszeit aus. Und das lässt sich Meta natürlich nicht entgehen.

Für Marketer heißt das: Wohnzimmer-Content wird zum eigenen Format-Feld zwischen klassischem Reel und echter Serie. Spannend für mich wird, ob Creator auch unbezahlt Content-Formate für den TV entwickeln. Denn davon hängt die End-User Nutzung und schlussendlich auch die Möglichkeit für Brand-Platzierungen ab.

👉️ Mehr dazu bei TechCrunch

🤖 TikTok öffnet Agentic Hub für KI-Agenten im Ad-Management

TikTok hat den Agentic Hub gelauncht, einen Marktplatz für sogenannte AI Skills, der direkt an den unternehmenseigenen MCP-Server angebunden ist.

Werbetreibende können darüber KI-Agenten einsetzen, die Kampagnen erstellen, Creatives entwickeln, Produktkataloge pflegen, Zielgruppen analysieren und Performance-Reports liefern, ohne dass jemand manuell durch das Ads-Dashboard klickt.

TikTok betont, dass es nicht nur um reine Automatisierung geht, sondern die Agenten große Datenmengen auswerten und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten sollen.

HubSpot, Wix, Constant Contact und Mobvista sind bereits als Launch-Partner mit eigenen Skills im Hub vertreten.

Für Marketer heißt das: Kampagnensteuerung verschiebt sich zunehmend von der klassischen Dashboard-Bedienung hin zu KI-Agenten, die im Hintergrund optimieren. Wir hatten genau das Thema heute in der Top Story. Wer die überflogen hat, findet oben nochmal einen Deep-Dive zum Thema KI-Agenten im Marketing.

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today

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👋 That’s a wrap! 👋

So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!

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