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💡 Übrigens: Für das beste Lese-Erlebnis, empfehle ich euch oben rechts auf „Online lesen“ zu klicken.

People, we back!

Es ist wieder kleiner Freitag und ihr habt frische Marketing-News im Postfach. Willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters 🥳

Heute wird es etwas länger (sorry 🤥). Ich empfehle euch deswegen (wie immer) oben rechts auf “Online lesen” zu klicken, damit nichts abgeschnitten wird im Postfach.

Bevor wir starten, muss ich euch eine Story erzählen, die mir diese Woche über den Weg gelaufen ist.

Kennt ihr die Marketing-Kampagne: “Stop Hiring Humans”?

2024 hat das KI-Startup Artisan ganz San Francisco mit genau diesem Slogan zugepflastert. Die Botschaft war recht simpel: Hört auf, Menschen einzustellen, nehmt lieber unsere KI-Mitarbeiter. Charmant. So sah das aus:

Die Reaktionen? Großer Shitstorm und Morddrohungen an den CEO. Gleichzeitig klingelte bei Artisan aber die Kasse. Kurz nach der Kampagne gab es eine 25 Mio $ Series A und laut CEO über 2 Mio $ neuen ARR (Annual Recurring Revenue) in nur zwei Monaten. Rage Bait funktioniert halt 😅

Plot Twist: Sie stellen nun auch ihren ersten menschlichen BDR ein. 2025 hat der CEO auch selbst zugegeben, dass die Billboard “mostly just for attention” gewesen seien. 🤡

Reichweite hat die Kampagne definitiv gebracht aber sicher auch einen gewissen Imageschaden. Lasst mal hören was ihr davon haltet. Die Ergebnisse teile ich die Tage in unserer Community 👇

Okay und nun legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶

⏰ Die heutigen Themen:

(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)

❝

Die heutige Ausgabe hat 2294 Wörter. Du brauchst ungefähr 12 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛

Top Stories

(1) 🔍 Studie zu AI-Overviews: Die Brand-Suche ist kein sicheres Terrain mehr

Kurz zu den Grundlagen, weil die Begriffe gerade überall auftauchen. AI-Overviews sind die KI-generierten Antworten, die Google über den klassischen Suchergebnissen einblendet. Wer dort auftauchen will, betreibt AEO oder GEO:

  • AEO (Answer Engine Optimization): Inhalte so aufbereiten, dass Suchmaschinen und Assistenten sie als direkte Antwort ausspielen.

  • GEO (Generative Engine Optimization): Optimierung dafür, dass generative KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder eben Googles AI Overviews die eigene Marke erwähnen und als Quelle zitieren.

In der Praxis werden beide Begriffe meist synonym verwendet. Gemeint ist immer die Frage, ob eure Marke in der KI-Antwort vorkommt, denn der Klick auf die Website wird seltener. Laut einer Sistrix-Analyse sinkt die Klickrate auf organische Ergebnisse in Deutschland von 57 % auf 33 %, sobald eine AI Overview erscheint. Das summiert sich auf rund 265 Mio. verlorene Klicks pro Monat.

Bisher galt dabei eine Faustregel: Betroffen sind vor allem Informationssuchen wie „Wie funktioniert …?“, während Suchen nach einem Markennamen sicher bleiben. Wer also nach einer Marke sucht, landete auch auf deren Website.

SE Ranking hat jetzt nachgemessen, ob das noch stimmt, und dafür 1.000 Brand-Keywords aus 17 Branchen im Oktober geprüft, jeweils für Google USA und Google Deutschland.

Das Ergebnis: Die Brand-Suche ist nicht mehr sicher

USA

DE

Brand-Suchen mit AI Overview

82,5 %

40,4 %

Im Prinzip heißt das, wer in den USA bei Google nach einem Markennamen sucht, bekommt in mehr als vier von fünf Fällen zuerst eine KI-Zusammenfassung über diese Marke zu sehen, bevor überhaupt der erste Link zur eigenen Website auftaucht. In Deutschland passiert das bei rund zwei von fünf Brand-Suchen, also gut halb so oft wie in den USA.

Die Antwort auf die Frage „Was ist diese Marke, was kostet sie, taugt sie was?“ formuliert damit Google, und zwar auf Basis von Quellen, die die Marke nicht selbst auswählt.

Weitere Erkenntnisse aus der Studie:

  • Kleinere Marken trifft es stärker: Bei Brand-Keywords mit weniger als 50.000 Suchen tauchte in 85,2 % der Fälle eine AI Overview auf, bei über 1 Mio. Suchen in 63,3 %.

  • Rankings sind keine Garantie: 62 % der Markenseiten, die in den AI Overviews zitiert werden, ranken organisch nicht einmal in den Top 10.

  • Die Homepage verliert an Gewicht: Sie wird in AI Overviews nur halb so oft als Quelle genutzt wie in den organischen Ergebnissen.

Gerade der letzte Punkt ist relevant, weil Google sich für die Antwort über eure Marke offenbar andere Quellen zusammensucht. Das können Unterseiten mit Preisen oder FAQs sein, aber auch Vergleichsportale, Bewertungsseiten oder Reddit-Threads, auf deren Inhalt ihr nur begrenzt Einfluss habt.

Für Marketer heißt das: In Deutschland ist die Quote noch moderat, aber die USA zeigen bei Google meist recht zuverlässig, wohin die Reise geht. Nehmt die Brand-Suche deshalb ins regelmäßige Monitoring auf und prüft, was Google in der AI Overview über eure Marke schreibt und welche Seiten dort zitiert werden. Wenn dort veraltete Infos oder fremde Quellen auftauchen, ist das der konkrete Ansatzpunkt für eure GEO-Arbeit: eigene Unterseiten zu Preisen, Features und häufigen Fragen sauber pflegen und dort präsent sein, wo Google offensichtlich gerne nachliest.

👉️ Mehr dazu bei SE Ranking

(2) 📺 Instagram testet 90-Min-Videos und greift YouTube direkt an

Nach Jahren, in denen sich jede Plattform (sogar LinkedIn) auf Short-Form-Video gestürzt hat, testet Instagram jetzt mit „Features“ ein neues Upload-Format für Videos mit bis zu 90 Minuten!! Länge. Nach einem ersten Test in Brasilien läuft das Ganze jetzt auch in einem kleinen Testlauf in den USA.

Hier das Ankündigungsvideo von IG Chef Mosseri:

Instagram post

Was der Test umfasst:

  • Features: Videos mit bis zu 90 Minuten Länge (auch Querformat)

  • Clips as Reels: Creator schneiden aus dem langen Video Reels, die direkt auf das Original verlinken

  • TV-Anbindung: Lange Videos lassen sich speichern und an die Instagram-App auf dem Fernseher schicken, die es seit Kurzem auch für Apple TV gibt

  • Drumherum: bessere Auffindbarkeit für Lives und ein eigener Profil-Hub für Serien-Reels, ähnlich den Playlists bei TikTok

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht, denn mit IGTV hat Instagram 2018 schon einmal versucht, Longform zu etablieren und das Produkt später wieder eingestellt. Ob es diesmal klappt, hängt vor allem am Geld, und da ist YouTube noch meilenweit voraus:

YouTube

Instagram

Wie Creator verdienen

55 % Beteiligung am Werbeumsatz über das Partnerprogramm

vor allem über Brand Deals, dazu ein kleines Performance-Programm

Ausgezahlt

über 100 Mrd. $ in vier Jahren

keine Angabe

Monetarisierung von Longform

etabliert

laut Meta „zu früh für ein langfristiges Modell“

Für Marketer heißt das: Instagram will verhindern, dass Fans für das lange Video zu YouTube abwandern, und baut dafür eine Brücke aus Reels als Teaser und Longform als Hauptprodukt. Solange die Monetarisierung offen ist, werden Creator ihre langen Formate weiter primär für YouTube planen. Für Brand-Accounts lohnt es sich trotzdem, jetzt schon zu überlegen, welche Webinare, Talks oder Podcast-Folgen sich als Feature mit passenden Clips eignen würden.

👉️ Mehr dazu bei TechCrunch oder von Mosseri auf IG

💡 Kleine Werbung für ein Tool, das ich täglich selbst nutze: Mit Wispr Flow spreche ich meine Texte ein statt zu tippen. Neu ist, dass daraus direkt ein fertiger Prompt für ChatGPT oder Claude wird:

Your AI prompts are leaving out 80% of what you're thinking.

When you type a prompt, you summarize. When you speak one, you explain. Wispr Flow captures your full reasoning (constraints, edge cases, examples, tone) and turns it into clean, structured text you paste into ChatGPT, Claude, or any AI tool. The difference shows up immediately. More context in, fewer follow-ups out.

Used by teams at Microsoft, Amazon, and Notion. Try Wispr Flow free on Mac, Windows, iPhone, and Android.

🍿 KI-Snacks

Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!

🚀 Anthropic launcht “Claude Duet”
Anthropic hat mit Claude Duet einen proaktiven Agenten auf Basis von Opus 5.5 vorgestellt. Er erstellt jeden Morgen ein Briefing aus deinen verbundenen Apps und erledigt Aufgaben weiter, während du offline bist. Über 6.000 Connectoren wie HubSpot, Stripe oder Gusto stehen bereit, bei sensiblen Aktionen fragt Duet vorher nach Freigabe. Die Research Preview läuft per Warteliste für Pro- und Max-Abonnenten in den USA. Mehr hier.

🎨 Canva Craft: Eigenes Bildmodell landet auf Platz 4
Canva hat mit Craft sein erstes selbst trainiertes Bildmodell veröffentlicht, gelernt hat es von Millionen Design-Vorlagen aus der eigenen Bibliothek. Craft plant zuerst Layout und Text und lässt sich danach über Magic Layers in bearbeitbare Elemente zerlegen. Im DesignArena-Ranking liegt es auf Platz 4 hinter drei OpenAI-Modellen und ist im Dream Lab sowie per API verfügbar. Mehr hier.

🌍 GPT-6.1 Terra: Halber Preis, weniger Halluzinationen
OpenAI hat GPT-6.1 Terra veröffentlicht, ein Mittelklasse-Modell für Computer-Use, das zum Beispiel Formulare ausfüllt oder Rechnungen in Buchhaltungssoftware überträgt. Mit 1 $ Input und 5 $ Output pro Million Tokens kostet es halb so viel wie GPT-6.1 Sol und liegt laut OpenAI bei Agenten-Aufgaben auf dem Niveau von GPT-6 Astra. Mehr hier.

🍏 ChatGPT bekommt Zugriff auf Apple Mail und Kalender
ChatGPT lässt sich jetzt mit iCloud verbinden und greift dann auf Apple Mail und den Apple-Kalender zu. So kann der Chatbot bei E-Mails und der Terminplanung helfen, wie es bisher schon mit Gmail und Outlook ging. Sad Noises von Siri an der Stelle. Mehr hier.

📈 Anthropic legt die Bücher für den Börsengang offen
Anthropic hat seinen S-1-Antrag für ein Nasdaq-Listing unter dem Kürzel „ANT“ veröffentlicht. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Umsatz bei 16,3 Mrd. $, das Juni-Quartal brachte einen operativen Gewinn von 974 Mio. $. Der ausgewiesene Nettoverlust von 80,75 Mrd. $ geht größtenteils auf eine einmalige Buchung von 72,4 Mrd. $ zurück. Mehr hier.

💼 Jobabbau wegen KI: Microsoft, Barclays und China
Microsoft bietet rund 60.000 Mitarbeitenden in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien ein freiwilliges Ausscheiden an, das ist gut ein Viertel der Belegschaft. Barclays streicht bis Jahresende 5.000 Stellen und nennt KI als einen der Effizienztreiber. Chinas Staatsrat hat parallel 18 Maßnahmen beschlossen, um KI-bedingte Jobverluste abzufedern. Mehr hier.

🧠 Führungskräfte vertrauen KI mehr als sich selbst
In einer US-Umfrage unter über 5.000 KI-Nutzern gab rund ein Drittel der Führungskräfte an, der KI mehr zu vertrauen als dem eigenen Urteil. 60 % von ihnen halten sich für sehr KI-kompetent, bei den Mitarbeitenden sind es knapp 37 %. Wer Datenauswertungen und Entscheidungen an KI delegiert, übernimmt damit auch deren Halluzinationen und Verzerrungen. Mehr hier.

What Else

📈 Instagram-Nutzung auf Rekordhoch, Werbepreise ziehen an

Meta hat das dritte Quartal mit 64,6 Mrd. $ Umsatz abgeschlossen, ein Plus von 26 %. Für uns Marketer sind die Zahlen auch interessant.

Auf der Nutzerseite hat die Zeit pro Instagram-User ein Allzeithoch erreicht. Laut CFO Susan Li haben Updates am Empfehlungsalgorithmus die Reels-Watchtime um mehr als 4 % gesteigert, unter anderem weil das Modell jetzt ganze Abfolgen von Reels gemeinsam bewertet. Außerdem sind inzwischen fast 45 % der empfohlenen Reels jünger als einen Tag, über 11 Prozentpunkte mehr als noch im Q2.

Auf der Advertiser-Seite wächst Meta vor allem über den Preis, wie die Zahlen aus der Earnings-Präsentation zeigen:

Kennzahl (Q3 2026 vs. Vorjahr)

Veränderung

Werbeumsatz

+26 %

Ad Impressions weltweit

+10 %

Preis pro Anzeige weltweit

+14 %

Preis pro Anzeige USA & Kanada

+23 %

Für Marketer heißt das: Reels-Performance entscheidet sich zunehmend am ersten Tag, was regelmäßige frische Inhalte wichtiger macht als das Recycling älterer Clips. Auf der Paid-Seite solltet ihr für Q4 mit weiter steigenden Preisen rechnen, weil Black Firday und das Weihnachtsgeschäft die Auktion traditionell zusätzlich pusht.

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today

🧵 Threads überholt X bei den Monatsnutzern

Im Q3-Earnings-Call hat Mark Zuckerberg verkündet, dass Threads X jetzt auch bei den monatlich aktiven Nutzer:innen hinter sich gelassen hat.

➡ Die Zeit pro Nutzer:in ist laut Meta um mehr als 20 % im Jahresvergleich gewachsen.

Das nächste Reichweiten-Feature ist auch schon in Arbeit: Laut App-Researcher Alessandro Paluzzi baut Threads an Collab Posts, mit denen Creator und Brands gemeinsam posten und die Follower beider Accounts erreichen können, so wie man es von Instagram und auch LinkedIn kennt.

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today

🗞️ Pew-Report: Social wird zur #1 News-Quelle

Für einen neuen Report von Pew Research wurden im Juni mehr als 3.500 US-Erwachsene gefragt, welche Rolle Social Media für ihren Nachrichtenkonsum spielt:

Social Media ist für mich …

2022

2026

eine wichtige News-Quelle

43 %

58 %

die wichtigste News-Quelle

5 %

13 %

Mehr als die Hälfte der US-Amerikaner:innen informiert sich also inzwischen maßgeblich über Social, und für mehr als jede:n Achte:n ist es sogar der wichtigste Kanal überhaupt. Dieser Anteil hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt.

Die Creator, die diese Nachfrage bedienen, haben davon laut Digiday finanziell allerdings wenig.

Brands halten sich wegen Brand-Safety-Bedenken zurück, sobald es politisch wird und Algorithmen machen Werbeeinnahmen schwer planbar. Viele News-Creator setzen deshalb auf Abos über YouTube, Patreon oder Newsletter wie Substack oder beehiiv (✌).

👉️ Mehr dazu bei Pew Research und Digiday

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