This website uses cookies

Read our Privacy policy and Terms of use for more information.

💡 Übrigens: Für das beste Lese-Erlebnis, empfehle ich euch immer oben rechts auf “read online” zu klicken oder auf “Inhalte direkt laden” (Nur im E-Mail Postfach).

Hellooo meine Lieben und willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters! Liebe geht raus an alle die heute wieder reinlesen.

Bevor wir mit den heutigen News starten, werfen wir mal ganz kurz einen Blick rüber nach Südkorea. Denn die Gewerkschaften haben dort gerade einen Deal ausgehandelt, von dem Verdi oder die IG Metall nur träumen können.

Zehntausende Samsung-Angestellte bekommen einen Bonus von im Schnitt 291.000 Euro. Schmeckt! 🤑

Im Gegenzug dafür verzichten sie auf einen 18-tägigen Streik, der extrem starke Auswirkungen auf die Weltwirtschaft gehabt hätte.

Samsung ist einer der größten Produzenten für Speicherchips und wir alle wissen, wie wichtig diese Chips für den KI-Boom sind. Und da Samsung einfach extrem viel Geld in Q1 2026 damit gemacht hat (das Achtfache des Vorjahreszeitraums), ist ein Streit um Bonuszahlungen entstanden.

Den Bonus erhalten nun ca. 78.000 der 125.000 Beschäftigten in Südkorea.

Ich würde sagen: Glückwunsch an die Samsung-Kollegen in Südkorea! 🥳

Und jetzt legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶

Die heutige Ausgabe hat 2106 Wörter. Du brauchst ungefähr 11 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛

Die heutigen Themen:

(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)

Top Story

🎯 Last-Click ist tot & Creator gehören ins Performance-Budget

Heute habe ich mal wieder was für alle Performance-Marketing Interessierten.

Letzte Woche fand in San Jose der Meta Performance Marketing Summit 2026 statt. Metas jährliche Konferenz für Performance Marketer, diesmal mit einem Agenda-Punkt, der sich durch fast alle Sessions zog: Creative ist jetzt der größte Hebel im gesamten Meta-Werbesystem.

Nope, nicht Targeting und auch nicht das Budget. Creative it is.

70–80% der Performance auf Paid Social geht auf das Creative zurück. Targeting und Budget teilen sich die verbleibenden 20–30%.

Tatsächlich war das vor einiger Zeit mal komplett anders.

🤖 Warum Creative plötzlich alles ist

Der Grund heißt Andromeda.

Andromeda ist die Schicht im Algorithmus, die entscheidet, welche Ads einem User überhaupt angezeigt werden, bevor das eigentliche Ranking passiert.

Was Andromeda macht: Es liest das Creative, buchstäblich. Image Pixel, Video-Visuals, Audio Cues, Text Overlays – alles wird analysiert, um zu verstehen, für welchen User diese Ad relevant ist. Das Creative übernimmt also die Targeting-Arbeit. Wer schlechte oder generische Creatives hat, verliert Reichweite, egal wie gut das Audience-Setup ist.

Dazu kommt der Rest des Algorithmus-Stacks, den Meta auf der Konferenz offengelegt hat:

  • GEM (Generative Ad Recommendation Model) denkt in Sequenzen. Meta fragt nicht mehr nur "Ist diese Ad relevant?", sondern "Ist das die richtige nächste Ad für diesen User, basierend auf allem, was er schon gesehen hat?"

  • Lattice ist die Basis. Es ist ein System, das mehrere Machine-Leardning-Modelle zusammenbringt und ihnen Zugang zu mehr Daten gibt. Das Q1 2026 Update von Lattice brachte in Tests bereits +13% CTR und +16% CVR.

  • ARM (Adaptive Ranking Model) ist das Neueste im Stack und fokussiert sich auf High-Value User mit langer Interaktionshistory – also genau die Leute, die am ehesten kaufen. In ersten Tests: +5% CTR und +3% CVR.

Für Marketer heißt das konkret: Der Algorithmus denkt in Sequenzen und Funneln. Wer nur Bottom-of-Funnel Ads hat, gibt dem System zu wenig zu arbeiten. Gefragt sind diverse Creatives für jede Funnel-Stage – Awareness, Consideration und Conversion.

😵 Last-Click Attribution stirbt

Ein weiterer wichtiger Punkt der Konferenz war die Abrechnung mit Last-Click Attribution.

In einem großen Test mit 7-Tage-Klickfenster hat Last-Click Attribution die tatsächlichen Conversions um 15–17% unterberichtet. Rund ein Drittel des Marketing-Impacts passierte komplett unsichtbar für Last-Click.

Noch interessanter: Von den Conversions, die durch Incremental Attribution tatsächlich dem Marketing zugeschrieben wurden, waren 64% neue Kunden. Das ist deshalb relevant, weil Last-Click genau das unsichtbar macht. Das klingt erstmal abstrakt, ist aber eigentlich ganz einfach:

  • Last-Click Attribution gibt 100% des Credits der letzten Ad vor dem Kauf – und das ist fast immer eine Retargeting-Ad. Jemand, der die Brand schon kennt, sieht nochmal eine Ad und kauft. Klick, Conversion, fertig. Die Creator-Ad, die ihn überhaupt erst auf die Brand aufmerksam gemacht hat, geht leer aus.

  • Incremental Attribution fragt stattdessen: Wäre diese Person auch ohne die Ad konvertiert? Wenn ja, zählt sie nicht als Erfolg der Kampagne. Das Ergebnis ist unbequemer. Weniger Conversions auf dem Papier aber ehrlicher. Und laut Metas Daten zeigt es, dass ein viel größerer Teil des Marketing-Impacts auf die Gewinnung neuer Kunden entfällt, als Last-Click je sichtbar macht.

Last-Click Auswirkung: Brands optimieren unbewusst immer stärker auf Bestandskunden und Retargeting, weil die Zahlen das so nahelegen. Incremental Attribution zeigt, dass ein großer Teil des echten Marketing-Impacts auf neue Kunden entfällt. Nur sieht man das im Standard-Reporting schlicht nicht.

🎥 Creator-Content als Performance-Infrastruktur

Das dritte große Thema war Creator Marketing.

Hier war Meta ziemlich direkt: Creator-Content gehört ins Performance-Setup, nicht ins Brand-Budget.

Die Zahlen sprechen für sich: 76% der Gen Z sind offen dafür, von Creators über Brands zu hören. Wer auf Reels Creator-Content promoted, sieht laut Meta 50% höhere Kaufwahrscheinlichkeit. Und Partnership Ads – also Ads, die direkt vom Creator-Account ausgespielt werden – brachten in integrierten Kampagnen +22% Conversion Rate und +71% Brand Lift.

Creator werden also immer mehr zu einem Performance-Kanal. Darüber haben wir ja hier bereits häufig gesprochen (Creator ≠ Awareness-Maschine).

Und dann noch ein Punkt den sowohl Creator als auch eigene Ads betreffen: Andromeda bestraft Creatives, die psychologisch zu ähnlich ist – zwei Ads mit demselben emotionalen Beat werden irgendwann wie ein einziges Ad behandelt, egal wie unterschiedlich sie aussehen. Varianz ist Performance.

👉 Die Konferenz könnt ihr euch auch auf Vimeo komplett ansehen
👉 Mehr Einordnung zur Konferenz gibts bei Foxwell Digital, Aspire und Code3.

🍿 KI-Snacks

Die KI-News-Welle ist mal wieder am Rollen. Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!

🔐 Claude Mythos Release rückt näher
Der Release von Anthropics geheimen Top-Modell Claude Mythos rückt näher. Jetzt ist ein "claude-mythos-1-preview" in Claude aufgetaucht, der darauf hinweist, dass das Modell unter dem Namen Mythos 1 direkt in Claude Code und Claude Secruity für Enterprise Kunden integriert wird. Erste Zahlen der Test-Phase sprechen für sich: 50 Partner, 10.000+ hochkritische Schwachstellen in gängiger Open-Source-Software gefunden, darunter 2.000 allein bei Cloudflare. Mehr hier.

🎨 Claude Design – Prototypen per Prompt, ohne Designerin
Anthropic hat am 17. April Claude Design gestartet: Prototypen, Decks und One-Pager aus Textprompts, powered by Opus 4.7. Das Tool liest beim Onboarding direkt den eigenen Code-Repo und baut daraus automatisch ein konsistentes Designsystem mit Farben, Fonts und Komponenten. Figmas Aktie fiel am Launch-Tag um 7 %. Mehr hier.

✝️ Der Papst hat 42.300 Wörter über KI geschrieben
Papst Leo XIV. hat mit "Magnifica Humanitas" seine erste Enzyklika veröffentlicht und widmet sie komplett der KI. Das Datum war kein Zufall: der 15. Mai, 135 Jahre nach Rerum Novarum, der Sozialenzyklika der Industriellen Revolution. Leo warnt vor monopolistischer Kontrolle durch Big Tech, fordert KI-Abrüstung und sagt klar: Keine tödliche Entscheidung darf je an einen Algorithmus delegiert werden. Mehr hier.

📈 OpenAI plant den größten Tech-Börsengang aller Zeiten
OpenAI hat am 22. Mai vertraulich seinen IPO-Antrag bei der SEC eingereicht – mit Goldman Sachs und Morgan Stanley als Lead-Underwriter. Zieldatum: September 2026. Zielwert: über 1 Billion Dollar, was den Börsengang zum größten in der Tech-Geschichte machen würde. Das Problem: Das Unternehmen verliert aktuell 1,22 Dollar für jeden eingenommenen Dollar. Mehr hier.

💸 Uber warnt vor KI-Kosten
Ubers CTO meldete im April, dass der komplette Claude Code- und Cursor-Etat für 2026 in vier Monaten aufgebraucht war. Jetzt hat COO Andrew Macdonald nachgelegt: 95 % der Uber-Ingenieure nutzen KI-Tools täglich, 70 % des committed Codes ist KI-generiert aber der direkte Zusammenhang zu besseren Produkten für Nutzer fehlt noch. Das ganze eröffnet aktuell eine Debatte darum, wie sich die hohen KI-Ausgaben rechtfertigen lassen. Mehr hier.

⚖️ Studie: KI diskriminiert im Hiring-Prozess
Eine Stanford-Studie hat 4 Millionen Bewerbungen bei 156 Großunternehmen ausgewertet. Alle gefiltert durch denselben Anbieter, Pymetrics. Ergebnis: 26 % der schwarzen und 15 % der asiatischen Bewerber landeten in Jobs, wo der Algorithmus sie systematisch aussortierte. Das Tückische: Weil 42 Modelle quer über viele Arbeitgeber geteilt werden, zieht eine einzige Fehlkalibrierung breite Kreise. Mehr hier.

🤖 LinkedIn kämpft gegen KI-Slop im Feed – mit KI
LinkedIn will den Algorithmus so anpassen, dass Inhalte, die erkennbar KI-generiert sind und keine eigene Perspektive bieten, weniger Reichweite bekommen. Klingt logisch, trifft aber tendenziell alle, die ChatGPT als Ghostwriter nutzen. Der erste große Plattform-Move gegen generischen KI-Content mit echten Konsequenzen. Mehr hier.

🧠 Demis Hassabis: AGI kommt bis 2030
Google DeepMind-Chef Demis Hassabis hat am Rande von Google I/O ein wichtiges Datum genannt: AGI bis 2030, plus/minus ein Jahr. AGI (Artificial General Intelligence) ist eine KI, die menschliche Intelligenz in vielen unterschiedlichen Aufgaben flexibel nachbilden oder übertreffen kann. Noch fehlen aber Durchbrüche in vier Bereichen: World Physics, robustes Memory, Konsistenz und Continual Learning. Mehr hier.

What Else

📱 Meta baut einen Reddit-Klon: “Forum”

Macht Meta hier den Threads/Twitter 2.0?

Am 22. Mai ist Metas neue App „Forum" still und ohne jede Ankündigung im App Store erschienen.

Die App dreht Facebook Groups in eine eigenständige Plattform um, die deutlich mehr nach Reddit aussieht als nach Facebook: chronologische Gruppen-Diskussionen, anonyme Nickname-Postings und ein KI-Feature namens „Ask", das Fragen quer durch mehrere Communities beantwortet.

Quelle: TechCrunch // Eigene Darstellung

Meta hat hier auf jeden Fall einen strukturellen Vorteil: Facebook Groups liefern bereits Jahre an lokalen Empfehlungen und Community-Diskussionen. Forum muss also kein leeres Netzwerk befüllen. Meta hatte die genau gleiche Idee schon 2014, die App 2017 still eingestellt und nie erklärt, warum.

Was sich seither geändert hat: Reddit ist explodiert, und Menschen suchen zunehmend nach echten menschlichen Antworten statt SEO-optimierten Artikel-Listen. Damit dürften wir also unsere Antwort haben warum Meta hier einen zweiten Versuch wagt.

👉️ Mehr dazu bei TechCrunch & Heise

🎬 Der LinkedIn Video-Feed kommt zurück

LinkedIn rollt seinen TikTok-ähnlichen Video-Feed jetzt in UK, Kanada und Australien aus, nachdem das Format gut ein Jahr lang auf den US-Markt beschränkt war und zuvor auch bei uns bereits getestet wurde.

Die Zahlen sehen gut aus: Nutzer verbringen laut LinkedIn inzwischen mehr als doppelt so viel Zeit im Video-Tab, und 60 % länger pro einzelnem Video.

Begleitend dazu empfiehlt LinkedIn 2 bis 5 Posts pro Woche, davon mindestens ein bis zwei Videos im Vertikalformat.

👉 LinkedIn hat übrigens einen Breakdown zum Video-Feed veröffentlicht: hier

Für Marketer heißt das: Wer jetzt mit LinkedIn-Video anfängt, hat noch einen Vorsprung vor dem Massenandrang, der folgen wird, sobald das Format in Europa vollständig ausgerollt ist. Außerdem ist LinkedIn mittlerweile die meistzitierten B2B-Plattform. 83 % dieser Zitierungen sind klare Standpunkte. Video-Content, der dasselbe leistet, hätte also potenziell doppelten Vorteil: direkte Sichtbarkeit im Feed und mittelfristig Einfluss auf das, was KI-Systeme als Antwortquelle nutzen.

👉️ Mehr dazu bei Social Media Today

🤝 Langzeit-Deals performen besser – trotzdem buchen Brands meistens nur einmal

Influencer Marketing Factory und modash haben im „Brand Deals Report 2026" über 300.000 gesponserte Posts auf YouTube, TikTok und Instagram ausgewertet.

Neben vielen weiteren Analysen sticht besonders hervor, dass wiederkehrende Creator-Partnerschaften wohl messbar besser performen als einmalige Kooperationen, trotzdem sind 63 % aller Brand Deals noch immer One-Off-Deals.

YouTube schneidet am stärksten ab, mit einer Repeat-Collaboration-Rate von bis zu 51 % und einer durchschnittlichen Partnerschaftsdauer von 13,5 Monaten. Auf TikTok hingegen sind 72 % aller gesponserten Posts einmalige Deals.

Quelle: Brand Deals Report 2026 // Eigene Darstellung

Für Marketer heißt das: Wer einen Creator findet, der zur Marke passt, baut mit wiederholten Deals deutlich mehr Audience-Trust auf als mit einem Einzelschuss, egal wie groß der Creator ist. So zumindest in der Theorie. Wechselnde Targets und unsichere Budgets machen langfristige Partnerschaften in der Praxis nicht ganz so leicht umsetzbar.

👉️ Den Report findet ihr hier

👋 That’s a wrap! 👋

So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!

Ich würde mich mega freuen, wenn ihr mir ein kleines Feedback zukommen lasst. Schreibt mir dafür auf LinkedIn oder antwortet einfach direkt auf diese E-Mail.

Dir hat die Ausgabe gefallen?👇

Jede Woche investiere ich viele Stunden in Recherche, Analyse und Einordnung rund um Marketing, KI und Tech – komplett unabhängig und ohne Paywall.

Ihr würdet mich mega unterstützen, wenn ihr den Newsletter unten über den Button teilt, euren Kollegen direkt weiterleitet oder mich hier mit einem unterstützt. LIEBE geht raus!

Dein Weg zum Prototyp-Marketer

Du hast diesen Newsletter abonniert und somit beschlossen den Weg des Prototyp Marketers zu bestreiten.

Fange an den Newsletter mit deinem persönlichen Link an Kollegen zu empfehlen und sammle Stück für Stück cmd+M Referral Rewards:

{{rp_personalized_text}}

Oder copy & paste diesen personalisierten Link: {{rp_refer_url}}

Noch nicht abonniert? 🙀

Was sagt dein Dopamin-Level nach dieser Ausgabe?

Lass mich wissen wie du die Ausgabe fandest.

Login or Subscribe to participate

Reply

Avatar

or to participate

Keep Reading