Hello ihr Lieben & willkommen zur neuen Ausgabe des cmd+M Newsletters! 🫶
Bevor wir mit den News starten, mal ganz kurz: Der Job-Markt aktuell ist einfach CRAZY! Gefühlt gibt es täglich neue Layoffs.
Besonders viral ging aber dieser Fall: Am Dienstag (03.11.) hat Canva angekündigt, ganze 22 %!! ihrer Belegschaft zu kündigen. Fast ein Viertel ihrer Workforce! Das entspricht 1.271 Mitarbeitende. Ist übrigens das erste Mal in ihrer 13-jährigen Geschichte.
Auch wenn es kaum etwas gibt, was einen Layoff für den/die Betroffene:n besser macht, hilft ein gutes Abfindungspaket zumindest teilweise. Entlassene Mitarbeitende bekommen:
👉️ Mind. 6 Monatsgehälter Abfindung
👉️ Karrierecoaching und ein Jahr LinkedIn Premium
👉️ Mitarbeitende dürfen ihre Arbeits-MacBooks behalten
👉️ Die einjährige Sperre für Aktienanteile bei neuen Mitarbeitenden fällt weg
👉️ Mitarbeitende, die sich selbstständig machen wollen, bekommen einen Zuschuss von 10.000 US-Dollar für die Gründung
👉️ 12 Monate Krankenversicherung (insb. in den USA relevant)
Canva wird für dieses Layoff-Angebot gerade ziemlich „gefeiert“. Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Man kann Layoffs definitiv schlechter handhaben, als Canva es hier macht. Aber schlussendlich sind Layoffs immer auf schlechte Businessentscheidungen zurückzuführen und die Mitarbeitenden sind die Leidtragenden. Bin gespannt, wo sich das die nächsten Jahre hinentwickelt oder ob das jetzt einfach der neue Standard ist.
➡ Hier könnt ihr das ganze Statement von Canva lesen
Okay genug schlechte Nachrichten, legen wir los mit den neusten News aus Marketing, Tech, KI und dem Internet. Viel Spaß bei der Ausgabe 🫶
⏰ Die heutigen Themen:
(In Gmail funktionieren die Anchor-Links leider nicht, sooorry)
Die heutige Ausgabe hat 2002 Wörter. Du brauchst ungefähr 12 Minuten, um alles zu lesen. Und wenn du länger brauchst, lies schneller. LG 😛
Top Story
💸 Googles neuer Ads-Plan & was er bedeutet
Poah wir hatten schon lange keine Top Story mehr zum ganzen AEO/GEO/Google-Suche Thema. Also… wird mal wieder Zeit 😄
Google hat gerade ein Problem. Laut CEO Sundar Pichai wachsen die Suchanfragen so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der Umsatz der Suche wächst trotzdem langsamer: 12 % im dritten Quartal, nach 17 % im Quartal davor (Alphabet Q3-Zahlen).
Die Börse hat darauf ziemlich nervös reagiert. Die Aktie hat sich mal eben um 12% nach unten bewegt.
Für uns ist aber spannender, was Google jetzt daraus macht UND was das für eure Auffindbarkeit und Ad-Taktiken bedeutet.
1⃣ Die KI-Suche bringt Google weniger Geld pro Anfrage
Ein großer Teil des Wachstums kommt aus dem AI Mode. Das ist Googles Chat-Suche, die Fragen direkt mit einer ausformulierten Antwort beantwortet. In so einer Antwort ist weniger Platz für Anzeigen. Und Nutzer klicken seltener auf eure Website.
Zur Erinnerung, so sieht das aus:

Google-Manager Philipp Schindler hat im Earnings Call bestätigt, dass sich der AI Mode schlechter monetarisieren lässt.
Konkret heißt das: Pro Antwort gibt es weniger Anzeigen und auf die wird seltener geklickt. Jede Anfrage bringt Google also weniger Geld. Die Zahl der Anfragen steigt, der Umsatz pro Anfrage sinkt. Deshalb baut Google jetzt mehr Werbung in den AI Mode ein (dazu gleich mehr).
Und was heißt der Such-Boom für uns Marken?
Mehr Traffic eher nicht ist meine Einschätzung. Die Anfragen wachsen nämlich genau dort, wo am wenigsten geklickt wird, nämlich im AI-Mode.
Auffällig ist auch, dass Google dieses Quartal Klickzahlen für Websites gar nicht erst genannt hat. In Q2 gab es dazu noch eine Zahl. Sinkende Klickzahlen lesen sich halt nicht so gut 😉.
2⃣ Google macht den AI Mode zur Werbefläche
Googles Antwort auf das Problem ist simpel: mehr Werbung in der KI-Antwort.
AI-Mode-Ads in zehn weiteren Märkten, u. a. Australien, Kanada, Indien und Singapur
UK, Brasilien und Mexiko folgen noch in Q4, dazu weitere Märkte, die Google nicht nennt
Multi-Turn Ads in den USA: Anzeigen erscheinen jetzt auch in Antworten auf Folgefragen
DACH ist offiziell noch nicht dabei. Den AI Mode gibt es bei uns aber schon seit letztem Herbst. Ich wäre überrascht, wenn wir 2027 noch ohne Ads darin auskommen.
💡 Kleines B2B Beispiel noch an der Stelle für Multi-Turn Ads:
Eine IT-Leiterin sucht im AI Mode nach Projektmanagement-Tools für ihr 50-Personen-Team. Dann fragt sie nach, welche davon DSGVO-konform sind. Danach will sie wissen, was die Lizenzen kosten. Bisher hing eine Anzeige an der ersten Suche. Mit Multi-Turn Ads kann sie auch bei Frage zwei oder drei auftauchen. Also genau dann, wenn aus Recherche eine Shortlist wird.
Für B2B ist das relevant, weil eure Buyer Journey genau so aussieht. Viele Fragen, lange Recherche, mehrere Entscheider.
3⃣ Für Marketing-Teams wird Google teurer und schwerer zu messen
Laut Digiday hat Google Search bei Mediaeinkäufern seinen Freifahrtschein verloren. Agenturen stellen bei ihren Kunden 10 bis 30 % des Google-Budgets auf den Prüfstand. Gemessen wird, ob nach dem Klick qualifizierte Leads und Umsatz entstehen.
Bereich | Was sich ändert | Was das für euch heißt |
|---|---|---|
Organisch | Mehr Anfragen enden in der KI-Antwort | Weniger Klicks, Erwähnungen in KI-Antworten gehören ins SEO/AEO-Reporting |
Paid | Neues Inventar im AI Mode, automatisches Bidding treibt die Preise | Agenturen melden 10 bis 15 % höhere CPCs binnen eines Jahres (Digiday) |
Budget | Search wird an Leads und Umsatz gemessen | Google-Spend muss sich mit Tests rechtfertigen wie jeder andere Kanal |
Reporting | Google weist AI-Mode-Platzierungen nicht separat aus | Ihr seht nur Gesamttrends bei Conversions und CPC |
Heißt also, für dasselbe Budget bekommt ihr weniger Klicks und seht schlechter, woher sie kommen. Für B2B mit langen Sales-Zyklen ist das doppelt unangenehm. Ob eine Anzeige gewirkt hat, zeigt sich dort oft erst Wochen später.
✍️ Zum Mitschreiben für Marketer:
Testet die Inkrementalität: Pausiert Brand-Kampagnen für einige Wochen in einer Region. Dann seht ihr, wie viele Leads wirklich wegfallen.
Erweitert euer SEO-Reporting: Trackt, ob und wie eure Marke in KI-Antworten genannt wird.
Denkt in Folgefragen: Sammelt mit Sales die Fragen, die Kunden in der Evaluierung stellen, etwa zu Integrationen, DSGVO oder Preisen. Daraus baut ihr erst Content und später Kampagnen.
👉 Mehr dazu bei Relevant Audience, Digiday
🍿 KI-Snacks
Keine großen Modell-Updates diese Woche, can you believe that? Hier die KI-News der Woche. Wie immer kurz & knapp für dich zusammengefasst. Let’s go!
🤖 TIME verkauft Werbung an KI-Agenten
Das TIME Magazin spielt mit dem Ad-Tech-Startup Mobian Anzeigen aus, die nur KI-Agenten zu sehen bekommen: gekennzeichnete Sponsored-FAQs in den maschinenlesbaren Versionen seiner Artikel. Laut The Information haben inzwischen über 30 Marken Interesse angemeldet. Perplexity blockt die Anzeigen bereits und bezeichnet sie als irreführende Werbung. Mehr hier.
🔎 ChatGPT kommt auf ein Fünftel des Google-Volumens
Laut OpenAI beantwortet ChatGPT inzwischen etwa ein Fünftel so viele suchähnliche Anfragen wie Google. Die Zahl der wöchentlichen Nutzer ist in rund 60 Tagen von 1 auf 1,2 Mrd. gestiegen. Die Zahlen stammen von OpenAI selbst, unabhängige Analysen kamen zuletzt auf deutlich niedrigere Anteile. Mehr hier.
🇪🇺 Mistral gibt sein größtes Modell frei
Das französische KI-Startup Mistral bietet sein Topmodell Large 4 jetzt zum kostenlosen Download an. Unternehmen und Behörden können es damit auf eigenen Servern betreiben, ohne sensible Daten an einen US-Anbieter zu schicken. Laut dem Analysehaus Artificial Analysis ist es das stärkste offene Modell, das weder aus den USA noch aus China kommt. Mehr hier.
🤬 Wer Claude beschimpft, fliegt raus
Ab 12. November verbietet Anthropics Nutzungsrichtlinie anhaltende, sinnlose Grausamkeit gegenüber seinen Modellen. Normaler Frust bleibt erlaubt. Als Konsequenz beendet Claude im Ernstfall das Gespräch. Mehr hier.
🏫 Google: Ohne KI keine Suche für Schulen
Ab 2027 sind Gemini und die Google-Suche für US-Schülerkonten standardmäßig aus. Die Schulen müssen beides selbst aktivieren. Laut Google sind Suche und KI so eng verknüpft, dass Schulen ohne KI auch auf die Google-Suche verzichten müssten. Lehrergewerkschaften wollen vor allem verhindern, dass KI mit Schülerdaten trainiert wird. Mehr hier.
What Else
🔒 Reddit macht dicht, weil Google keinen Traffic mehr schickt
Erinnert ihr euch noch an die Zeit als Reddit DER BIG Profiteur von der ganzen KI-Suche war? Joa, die Sache ist erstmal durch.
Jahrelang haben Leute „reddit“ hinter ihre Google-Suche gehängt, um bessere Antworten zu bekommen.
Genau dieser Kanal bricht jetzt weg. Laut Reddit sanken die Weiterleitungen aus der Suche im Oktober im Schnitt um mehr als eine Million pro Woche (!!). Bei der Vorstellung der Q3-Zahlen hat Reddit deshalb angekündigt, künftig überwiegend auf eingeloggte Nutzung umzustellen. Starten soll das mit Tests in ausgewählten Märkten außerhalb der USA noch in diesem Quartal, einen Zeitplan für den weltweiten Rollout gibt es nicht.
Für Marketer ist das durchaus eine Kehrtwende. Seit Google Reddit 2024 in den Suchergebnissen massiv nach oben gespült hat, galt die Plattform als Abkürzung zu Sichtbarkeit in Google und später auch in KI-Antworten. Wenn auch begrenzt in DACH, war die Empfehlung entsprechend überall dieselbe: in Threads mitdiskutieren, Community aufbauen, eigene Subreddits pflegen. Genau dieser organische Hebel über Google wird jetzt spürbar kleiner.
Gleichzeitig testet Reddit erstmals Anzeigen in den eigenen Suchergebnissen. Wer auf Reddit sucht, hat meist eine konkrete Frage oder schon eine Kaufabsicht. Eingeloggte Nutzer liefern außerdem bessere Signale fürs Targeting.
Für Marketer heißt das: Wer Reddit bisher vor allem als SEO-Hebel genutzt hat, sollte die Erwartungen an den Traffic über Google zurückschrauben. Ein Test mit den neuen Search Ads lohnt sich dagegen, vor allem für Produkte, nach denen auf Reddit gezielt gefragt wird.
👉️ Mehr dazu bei TechCrunch
🎠 Mosseri erklärt, warum Karussells wieder lohnen
Instagram Chef Adam Mosseri hat noch einmal erklärt, warum er Karussell-Posts empfiehlt:
Musik öffnet den Reels-Feed: Mit Musik kann ein Karussell auch im Reels-Feed ausgespielt werden.
Zweite Chance: Wer vorbeiscrollt, bekommt den Post oft noch einmal angezeigt, dann mit der zweiten Slide vorne.
Mehr Interaktionen: Mehrere Slides bedeuten mehr Anlässe zu reagieren und damit im Schnitt mehr Reichweite.
Hier sein Statement dazu:
Ganz neu ist das nicht, Mosseri hat dieselben Tipps schon 2024 gegeben. Dass er sie jetzt wiederholt, zeigt aber, dass Karussells im Algorithmus fest gesetzt bleiben.
📊 LinkedIn baut Creator-Analytics aus, inklusive Post-Vergleichstabelle
Die neue Post Performance Table zeigt Impressions, Views und Watch Time aller Posts in einer Ansicht, statt jede Analyse einzeln öffnen zu müssen.
Dazu kommen drei neue Metriken:
Follower pro Post: wer konkret über einen Post gefolgt ist
Saves und Sends: wie oft ein Post gespeichert oder weitergeschickt wurde
In- und Out-of-Network: ob die Views von Kontakten kommen oder von außerhalb

Quelle: LinkedIn
Für Marketer heißt das: Für B2B-Content sind Saves, Sends und Out-of-Network-Views die spannenderen Werte, weil sie zeigen, ob ein Post wirklich weitergetragen wird.
👉️ Mehr dazu bei Social Media Today und LinkedIn
📉 Berufseinstieg: 72 % der Absolvent:innen finden zu wenige Einstiegsjobs
Uniwunder hat 139 Studierende und Absolvent:innen ohne erste Festanstellung befragt.
55 % sehen in ihrer Branche zu wenige Junior-Stellen, weitere 17 % so gut wie gar keine mehr. 62 % wurden von Unternehmen im Bewerbungsprozess geghostet, und 58 % halten die Anforderungen an Junior-Positionen für zu hoch (10 Jahre KI Erfahrung unso). Viele befürchten außerdem, dass KI genau die Einstiegsaufgaben übernimmt, mit denen man bisher Erfahrung gesammelt hat.
Für Führungskräfte heißt das: Wer jetzt Junior-Stellen streicht, weil KI erste Entwürfe schreibt, spart genau dort, wo die Seniors von morgen ihr Handwerk lernen.
👉️ Mehr dazu bei Uniwunder
📌 Job- & Event-Board
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👋 That’s a wrap! 👋
So schnell gehts! Aber nicht traurig sein. Wir sehen uns nächsten Donnerstag schon wieder. Versprochen!
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